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DFB und DFL schmieden Allianz mit Wettanbietern

In Abwesenheit des DFB-Partners Oddset haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Allianz mit mehreren europäischen Wettanbietern geschmiedet.

dpa FRANKFURT/MAIN. In Abwesenheit des DFB-Partners Oddset haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Allianz mit mehreren europäischen Wettanbietern geschmiedet.

Bei einem "Wettgipfel" in Frankfurt am Main einigten sich alle anwesenden Parteien auf ein gemeinsames Frühwarnsystem zur künftigen Vermeidung von Manipulationen. Basis der Zusammenarbeit soll der vor drei Monaten im Zuge des Skandals um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer geschlossene Vertrag von DFB/DFL mit der Firma "betradar.com" sein, der auch in der kommenden Saison in modifizierter Form Gültigkeit besitzt. "Alle anwesenden Anbieter werden sich diesem System anschließen", verkündete Rolf Hocke, Vorsitzender der DFB-Präventivkommission.

Allerdings konnten sich die Anwesenden lediglich auf eine Absichtserklärung einigen. Der Vertrag muss nun vom DFB ausgearbeitet und den künftigen Partnern dann zur Unterschrift vorgelegt werden. Wilfried Straub, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, sprach nach der gut fünfstündigen Konferenz in der Frankfurter DFB-Zentrale dennoch von einem Durchbruch. "Es war eine nicht ganz leichte Geburt, und das Modell ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber wir mussten unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Ich denke, wir haben das Ding ansatzweise im Griff", sagte Straub.

Der geständige Hoyzer hatte mit der Manipulation mehrerer Spiele im DFB-Pokal, in der 2. Bundesliga und der Regionalliga Mitte Januar einen Skandal ausgelöst. Um solche Vorgänge künftig zu verhindern, sollen möglichst viele Wettanbieter in das Boot von DFB und DFL geholt werden. Dass ausgerechnet der staatliche Anbieter Oddset - als nationaler WM-Sponsor Partner des DFB - dem Treffen auf Anweisung seiner Aufsichtsbehörde fern blieb, hinterließ einen faden Beigeschmack. "Wir bedauern dies, müssen es aber akzeptieren", sagte Straub. Immerhin konnte der DFL-Geschäftsführer vermelden, dass Oddset in einem Schreiben und bei einem Telefonat die Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert habe.

Während die Vertreter von acht europäischen Wettanbietern oder - verbänden an der Prävention mitwirken wollen, stehen sie der vom DFB geplanten Einführung einer eigenen Fußball-Wette ablehnend gegenüber. "Dieses Thema haben wir schnell ad acta gelegt und auf einen späteren Termin verschoben. Wir sind der Meinung, dass ein Verband, der Spielpläne festlegt und Schiedsrichter nominiert, keine eigene Wette anbieten sollte", sagte Markus Maul, Vorsitzender des Verbandes Europäischer Wettanbieter.

Die Arbeit der Firma "betradar.com" wollen die Anbieter dagegen unterstützen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten insgesamt 35 Mill. Datensätze analysiert. Bei der Auswertung werden relative Wettumsätze erfasst. Im Falle verdächtiger Wetten mit enorm hohen Einsätzen bei einzelnen Spielen schlägt das Unternehmen beim DFB Alarm. Personifizierte Angaben kann die Firma nicht machen.

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