Dopingnachprüfung Olympia
Blutproben aus Athen positiv getestet

Acht Jahre nach den Olympischen Spielen von Athen sind jetzt vermutlich einige gedopte Sportler aufgeflogen. Eingefrorene Blutproben der Athleten wurden kurz vor Ablauf der Frist untersucht. Es gab böse Überraschungen.
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BerlinDen bisher unentdeckten Dopingsündern der Olympischen Spiele 2004 droht eine böse Überraschung. Bei den Nachuntersuchungen der eingefrorenen Proben von den Athen-Spielen hat es nach dpa-Informationen positive Befunde gegeben. Die Medizinische Kommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte Mitte April angekündigt, einige der knapp 3000 Kontrollen von Athen mit neuen Nachweismethoden noch einmal analysieren zu lassen. Dabei wurden positive Proben entdeckt. Das IOC wollte dies am Montag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht bestätigen.

Nach IOC-Regeln sind Nachuntersuchungen der Dopingproben bis zu acht Jahre nach den Spielen erlaubt, um sie im Nachhinein noch für mögliche Bestrafungen heranzuziehen. Diese Acht-Jahres-Frist für die Kontrollen von Athen endet am 29. August. Bei der Ankündigung im August 2004, dass die knapp 3.000 Kontrollen von Athen für eventuelle Nachuntersuchungen eingefroren würden, hatte IOC-Spitzenfunktionär Richard Pound, damals Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), vom „Beginn einer ganz neuen Ära“ im Kampf gegen Betrüger im Sport gesprochen.

Dabei hatte das IOC ursprünglich gar nicht vorgesehen, die Proben von 2004 noch einmal analysieren zu lassen. Bei der Ringe-Organisation lagen keine Informationen über Substanzen vor, die damals noch nicht gefunden werden konnten. Von internationalen Medien wurde diese Herangehensweise als nachlässige Haltung im Anti-Doping-Kampf gewertet. Erst nach der Medienschelte entschloss sich das IOC zu den Nachtests. Laut Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission, sollten bei den nachträglichen Analysen besonders gefährdete Sportarten und Medaillengewinner herausgegriffen werden.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte bereits vor Monaten erklärt, verbindliche Vorschriften für den Umgang mit Nachtests von olympischen Dopingproben vorantreiben zu wollen. Es sei seit 2004 viel Geld in die Verbesserung der Tests gesteckt worden, so WADA-Generaldirektor David Howman. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Nachtests positive Fälle gebe.

Bei Nachuntersuchungen der Proben von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, vor allem auf den Wirkstoff CERA, eine neue Version des Blutdopingmittels EPO in der dritten Generation, war allerdings nichts gefunden worden. Dafür wurden bei Nachkontrollen der Pekinger Dopingproben von 2008 gleich sechs Athleten positiv auf Doping getestet, darunter der deutsche Radprofi Stefan Schumacher, der Italiener Davide Rebellin, Olympia-Zweiter im Straßenrennen, und 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi aus Bahrain.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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