Eishockey DEL
Auch Kassel zieht Scorpions den Stachel

Nach der 2:7-Niederlage gegen die Eisbären Berlin hat Spitzenreiter Hannover auch das zweites Spiel innerhalb von 24 Stunden verloren. Gegen Kassel unterlagen die Scorpions 1:5.

Den Hannover Scorpions geht in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf der Zielgeraden die Luft aus. Erst ließ sich der Tabellenführer beim 2:7 im Vorrunden-Finale vom Meister Eisbären Berlin regelrecht vorführen, dann blamierte sich das Team von Ex-Bundestrainer Hans Zach mit 1:5 (1:1, 0:3, 0:1) beim Aufsteiger Kassel Huskies.

Titelverteidiger Berlin, der derzeit noch zwei Punkte hinter Hannover (95) liegt, hat nun die besseren Aussichten im Rennen um Platz eins nach der Vorrunde. Die Eisbären haben noch vier Spiele zu absolvieren, die Scorpions nur noch zwei.

Bei der Berliner Lehrstunde am Samstag verfolgte Hannovers Trainer Zach die letzten Minuten mit versteinerter Miene und musste sich nach der Demütigung auf dem Eis auch noch Schmähgesänge von den Rängen anhören. "Siehst du Hansi, so wird das gemacht", skandierten die mitgereisten Fans der Eisbären.

"Dass wir sie so platt gemacht haben, gibt uns einen Riesenschub für die Play-offs", sagte Berlins dreifacher Torschütze Constantin Braun euphorisch. Sollte der Titelverteidiger drei seiner letzten vier Spiele (davon drei zu Hause) gewinnen, geht er als Erster in die K.o.-Runde und hätte damit die Teilnahme am Qualifikationsturnier zur lukrativen Champions League sicher.

Schock saß tief

Beim Tabellenführer saß der Schock über die Heimpleite tief. "Ab dem zweiten Drittel war Berlin viel stabiler. Sie haben uns gezeigt, warum sie Meister und Pokalsieger geworden sind", sagte Zach, der sich vor allem über das 0:1 durch Frank Hördler bei eigener 5:3-Überzahl ärgerte: "Solche Fehler werden auch in den Play-offs eiskalt bestraft."

Unglücksrabe Sascha Goc, der die Scheibe in besagter Szene an Hördler verlor, konnte der ersten Niederlage gegen die Eisbären im vierten Saisonduell dennoch etwas Positives abgewinnen: "Vielleicht war es ein Weckruf zur richtigen Zeit." Zumal Hannover im Pokalfinale am Dienstag beim EHC Wolfsburg erstmals in der Klubgeschichte einen Titel gewinnen kann.

So einseitig, wie das Ergebnis es ausdrückt, war die Partie mit Play-off-Charakter nicht. Beide Teams schlugen vor 10 325 Zuschauern in der ausverkauften Hannoveraner Arena ein hohes Tempo an und begegneten sich im ersten Drittel auf Augenhöhe. Ab dem Mitteldrittel übernahm jedoch Berlin das Spielgeschehen und gewann letztlich verdient.

Von dem Schock hatten sich die Hannoveraner auch am Sonntag noch nicht erholt. In Kassel reichte selbst die frühe Führung durch Rainer Köttstorfer (13.) nicht, um die Nerven zu beruhigen. Dustin Wood (19.), Semen Glusanok (23.), Alex Leavitt (26.), Sean Tallaire (36.) und Dominic Auger (50.) besiegelten die zweite Niederlage des Zach-Teams innerhalb von 24 Stunden.

DEG und Haie gewinnen Karnevalsspiele

Ihr Play-off-Ticket praktisch in der Tasche haben neben Hannover und Berlin die Düsseldorfer EG (88) und DEL-Rekordmeister Adler Mannheim (85). Die DEG schoss im rheinischen Derby die Krefeld Pinguine mit 7:3 (5:0, 1:1, 1:2) ab und sorgte bei den 9 093 Fans im Dome für Karnevalsstimmung. Mannheim hatte beim 8:3 (4:1, 2:1, 2:1) gegen Schlusslicht Füchse Duisburg ebenfalls keine Probleme. Dennoch forderten die Fans erneut den Rauswurf von Trainer Dave King.

Wieder zittern müssen dagegen Krefeld (81) und die Frankfurt Lions (80), die 3:4 (0:2, 2:0, 1:2) gegen den EHC Wolfsburg verloren. Die Nürnberg Ice Tigers (79) holten durch ein 5:2 (3:2, 2: 0, 0:0) gegen die Augsburger Panther auf.

Ihre Chancen auf die Vor-Play-offs haben die Iserlohn Roosters (71) gewahrt. Der letztjährige Viertelfinalist siegte nach 1:4-Rückstand noch 5:4 (1:1, 0:3, 3:0, 1:0) nach Verlängerung beim ERC Ingolstadt und liegt zwei Runden vor Schluss zwei Punkte hinter dem Tabellenzehnten Hamburg Freezers (73) zurück. Die Straubing Tigers (68) müssen sich nach dem 2:5 (0:1, 1:2, 1:2) gegen die Kölner Haie dagegen auf ein frühes Saisonende einstellen.

© SID

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