Eishockey DEL
Krefeld bejubelt Tabellenführung und Coach Pawlow

Die DEL staunt über die Krefeld Pinguine: Trainer Igor Pawlow führte die Seidenstädter bis an die Spitze der Liga. "Ein schöner Augenblick für Verein und Fans", meint der Coach.

Nach dem langersehnten Sprung an die Tabellenspitze gestattete der "harte Hund" Igor Pawlow seinen "Pinguinen" eine kleine Verschnaufpause. "Das ist ein schöner Augenblick für den Verein und die Fans, dafür haben wir lange hart gearbeitet. Wir sollten den Moment genießen", sagte der Trainer der Krefeld Pinguine, der als Vater des Erfolges noch Minuten nach dem Abgang der Spieler auf seiner Ehrenrunde mit Sprechchören vom sonst eher kritischen Krefelder Publikum gefeiert wurde.

Der Meister von 2003 ist dank des 3:1 gegen den ERC Ingolstadt erstmals seit sieben Jahren wieder alleiniger Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor den Eisbären Berlin. Der Titelverteidiger zog sich derweil im Kräftemessen mit dem NHL-Klub Tampa Bay Lightning mit einem 1:4 achtbar aus der Affäre.

"Harter Hund" führt "Pinguine" an die Spitze

Die Liga staunt über Krefeld. Der Meister von 2003 mischt entgegen düsterer Prognosen zu Saisonbeginn mit einer stark verjüngten Truppe ohne große Stars das Kräfteverhältnis im deutschen Eishockey durcheinander. Sechs Siege aus den ersten acht Begegnungen sind dabei kein Zufall, sondern Resultat der Vorbereitung unter Pawlow, der vor der Saison das Zepter vom jetzigen Manager Jiri Ehrenberger übernommen hat und sich selbst als "harten Hund" bezeichnet.

"Es macht Riesen-Spaß. Wir jungen Spieler bekommen Vertrauen, was im letzten Jahr gefehlt hat", schwärmte Junioren-Nationalspieler Sinan Akdag. Die jungen Leute zahlen es mit Leistung zurück. Gegen Ingolstadt sorgten Akdag (18 Jahre), Andre Huebscher (19) und Daniel Pietta (21) für die drei Treffer und reichlich Entlastung der ersten beiden Reihen.

Neuzugänge stechen

Hinzu kommt, dass die Zugänge wie Shay Stephenson, der mit seiner spektakulären Spielweise auf Anhieb Publikumsliebling wurde, oder Torhüter Scott Langkow passen. "Wir haben Charakter eingekauft, keine egoistischen Punkte-Sammler", sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz mit einem Seitenhieb auf frühere Einzelgänger wie Alexander Seliwanow.

Ganz anders ist die Stimmungslage dagegen beim rheinischen Nachbarn Düsseldorf. Die DEG kassierte beim 3:4 gegen den EHC Wolfsburg nicht nur die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen sondern blamierte sich auch noch obendrein. Nach einer 3:0-Führung gab der Ex-Meister das Spiel noch aus der Hand.

"Dafür gibt es nur einen Grund: Wolfsburg hat im Gegensatz zu uns 60 Minuten gekämpft", sagte DEG-Coach Harold Kreis und vermied gegenüber den Journalisten eine tiefere Analyse: "Wenn sie mehr wissen möchten, fragen sie die Spieler."

Lob von Lightning-Coach Barry Melrose

Ausschließlich freudige Gesichter gab es derweil in Berlin, wo es zum Duell DEL gegen NHL kam: Im Testspiel der Eisbären gegen Tampa Bay zog der deutsche Doublegewinner zwar den Kürzeren, überraschte mit einem forschen Anfangsdrittel und der Führung durch Denis Pederson (17.) aber sogar den Stanley-Cup-Sieger von 2004. "Da sah es so aus, als ob alle 20 Profis problemlos in der NHL spielen könnten", meinte Lightning-Coach Barry Melrose.

Auch Top-Stürmer Vincent Lecavalier, der mit umgerechnet 5,2 Mill. Euro mehr verdient als alle Eisbären zusammen, staunte: "Sie haben ordentlich Dampf gemacht. Das sind gute und schnelle Jungs. Wir mussten richtig dagegenhalten."

Lightning-Goalie Olaf Kölzig, der mit den Eisbären 2005 deutscher Meister wurde, schwärmte von der Stimmung in der mit 11. 800 Zuschauern gefüllten neuen Arena: "Die Atmosphäre war einfach unglaublich. Es hat viel Spaß gemacht."

Vom ersten NHL-Auftritt nach fast 50 Jahren in der Hauptstadt sollen vor allem die vielen Talente der Eisbären profitieren. "Die jungen Spieler haben gesehen, was alles möglich ist", sagte Kapitän Stefan Ustorf: "Ältere wie ich haben gemerkt, was für die NHL alles gefehlt hat."

© SID

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