Eishockey International
Deutsche Eishockey-Legende Friesen wird 50

Unter den deutschen Eishockey-Nationaltorhütern ist Karl Friesen eine Legende. Heute feiert der Deutsch-Kanadier, der in 105 Spielen im DEB-Tor stand, seinen 50. Geburtstag.

Auch wenn sich Karl Friesen als Kanadier fühlt, ganz abschütteln kann er seine Zeit in Deutschland nicht. Wenn die "Ahornblätter" wie bei der Eishockey-WM in seiner Heimat gegen Deutschland spielen, schlägt sein Herz immer für den "Underdog". "Keine Frage, ich drücke Deutschland die Daumen. Ich habe meine ganze Karriere dort verbracht und für dieses Land gespielt. Irgendwie fühlt es sich noch immer so an, als wäre es mein Team", sagt der ehemalige deutsche Eishockey-Nationaltorwart.

Heute feiert Friesen, der als einer der ersten Deutsch-Kanadier das Nationaltrikot überzog, in seiner Heimatstadt Winnipeg seinen 50. Geburtstag. Im Rückblick sind vor allem die Erinnerungen an die 17 Jahre präsent, die er in Rosenheim und München verbrachte.

"Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Anfangs hätte ich nie damit gerechnet, mal in der Nationalmannschaft zu landen", sagt Friesen, der heute ein Tracking-Geschäft führt und von der Eishockey-Bühne verschwunden ist.

Friesen trainiert den Eishockey-Nachwuchs

Ganz lässt ihn der Sport aber nicht los. Ab und zu trainiert Friesen in Winnipeg junge Torjüter und begleitet seinen 13-jährigen Sohn, einen talentierten Stürmer. "Vielleicht tritt er ja mal in meine Fußstapfen und wird auch deutscher Nationalspieler", sagt der beste deutsche Torhüter der achtziger Jahre, dessen eigene Karriere im Rückblick wie ein Märchen anmutet.

Jahrelang hütete er unbeachtet von den NHL-Spähern beim Provinceklub St. Boniface Mohawks das Tor, bis der Bundesligaklub SB Rosenheim 1980 auf den damals 22-Jährigen aufmerksam wurde. Ein Wechsel wurde dank der deutschen Staatsbürgerschaft möglich, die er wegen seiner deutschstämmigen Eltern erhielt.

Bereits zwei Jahre später gelang ihm mit dem Klub die erste von insgesamt vier Meisterschaften. "Das war mit Abstand die schönste, weil sie so überraschend war", meint Friesen.

Bundestrainer erhörte "Friesen für Deutschland"-Rufe

Die Fan-Rufe "Friesen für Deutschland" wurden immer lauter und schnell erhört. Bundestrainer Xaver Unsinn nominierte den früheren Buchhalter für die WM 1981. Friesen nahm an insgesamt sechs Weltmeisterschaften sowie drei Olympischen Spielen teil und absolvierte 105 Länderspiele. 1985 versuchte er bei den New Jersey Devils sein Glück in der NHL, kam aber nur auf vier Einsätze.

Seine herausragendsten Eigenschaften als Torhüter waren Gelassenheit und Konzentrationsstärke. Die Beziehung zu Gott habe ihm bei seiner Karriere geholfen, meint der streng gläubige Christ: "Ich denke, dass mein christlicher Glaube mir geholfen hat, ein so ausgeglichener und beständiger Torwart zu sein."

Wer ihm von den deutschen Keepern am ähnlichsten ist, mag Friesen nicht beantworten. "Ich kenne mich im deutschen Eishockey zu wenig aus. Wer ist eigentlich bei euch Meister geworden?", fragt Friesen.

Friesen hält Krupp für Glücksfall für deutsches Team

In einem Punkt aber ist er sicher: Bundestrainer Uwe Krupp ist trotz der Enttäuschung bei der WM in Kanada der richtige Mann: "Er ist ein Glücksfall für das deutsche Eishockey. Je länger er im Amt bleibt, desto besser."

© SID

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