Eishockey NHL
Crosby: "Mehr als man sich vorstellen kann"

Im zweiten Anlauf hat Sidney Crosby als jüngster Kapitän aller Zeiten mit Pittsburgh den Stanley Cup gewonnen. "The Next One" wandelt auf den Spuren von Legende Wayne Gretzky.

"The Next One" hat endlich den Eishockey-Olymp bestiegen - und das als Zuschauer: Jahrhunderttalent Sidney Crosby feierte durch ein 2:1 seiner Pittsburgh Penguins im siebten und entscheidenden Finalspiel bei Titelverteidiger Detroit Red Wings den ersten Stanley-Cup-Triumph seiner jungen Karriere. "Ein Traum ist wahr geworden, mehr als man sich vorstellen kann", sagte der Mittelstürmer, der wegen einer Knieverletzung in der zweiten Hälfte des Spiels nicht mehr eingreifen konnte.

Wie sein legendärer Landsmann Wayne Gretzky einst mit den Edmonton Oilers gewann "Sid the Kid" im zweiten Anlauf die wertvollste Eishockey-Trophäe der Welt. Im vergangenen Jahr waren die "Pens" noch in sechs Spielen an Detroit gescheitert. "Dieser Junge wird eines Tages viele meiner Rekorde brechen", hatte Gretzky einst prophezeit. Mehr als 60 NHL-Rekorde hält "The Great One".

Crosby stemmt Trophäe unter Schmerzen

Crosby stellte nun einen neuen auf, er ist mit 21 Jahren der jüngste Kapitän eines Teams, das den Stanley Cup gewann. Die mächtige Trophäe konnte der Superstar und große Hoffnungsträger der NHL nur unter Schmerzen von Commissioner Gary Bettman in Empfang nehmen und über den Kopf wuchten. "Ich konnte nicht mehr gehen", sagte Crosby.

Auch auf dem Eis war Mario Lemieux, der als Spieler 1991 und 1992 die ersten beiden Stanley Cups nach Pittsburgh holte und den dritten nun als stolzer Teambesitzer in Empfang nahm. 1999 hatte "Super Mario" den Verein vor der Pleite gerettet. "Es ist fantastisch, dass wir den Cup nach Pittsburgh zurückgeholt haben", sagte Lemieux.

Bei einem Hit von Detroits Johan Franzen Anfang des Mitteldrittels zog sich Sidney Crosby eine Verletzung am linken Knie zu, konnte danach nur noch einen 32-Sekunden-Shift fahren und war dann zum Zuschauen verurteilt. "Es hat sehr geschmerzt, ich konnte nicht bremsen oder wenden. Als Kapitän draußen zu sitzen und zu sehen, was die Jungs leisten, ist hart. Aber sie haben einen Weg gefunden", sagte der überglückliche Penguins-Leader.

Talbot und Fleury die Matchwinner

Entscheidende Spieler waren Maxime Talbot mit einem Doppelpack (22. und 31.) und Marc-Andre Fleury. Der Goalie war beim Gegentor durch Jonathan Ericsson (54.) zwar machtlos, verhinderte mit einer unglaublichen Parade in der Schluss-Sekunde gegen Red-Wings-Kapitän Nicklas Lidström den möglichen Ausgleich und eine Verlängerung.

Nach der Schlusssirene flogen Stöcke, Handschuhe und Helme in die Luft, die Bankspieler sprangen auf das Eis und fielen vor Glückseligkeit über Fleury her. Sidney Crosby lahmte wenig später in Richtung roter Teppich, der für die Siegerehrung ausgerollt wurde. Als erster Russe überhaupt wurde zunächst Crosbys kongenialer Klubkollege Jewgeni Malkin mit der Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Play-offs ausgezeichnet. 14 Tore und 22 Torvorlagen standen für den 22-Jährigen zu Buche.

Dann bekam Crosby, der 31 Scorerpunkte (15 Tore/16 Vorlagen) sammelte, endlich den Cup. Dabei schauten an diesem denkwürdigen Abend in der mit 20 066 Zuschauern ausverkauften Joe Louis Arena einige der größten Sportlegenden auf ihn herab, allen voran "The Greatest", Muhammad Ali. Von einer Loge aus verfolgte der von Parkinson gezeichnete dreimalige Schwergewichts-Weltmeister neben seiner Ehefrau Lonnie das so genannte "Do-or-die"-Spiel - in einem knallroten Trikot des Verlierers Detroit.

© SID

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