Eishockey Verband
DEB beugt sich BMI-Entscheidung

Der DEB hat die Einbehaltung der Fördergelder des BMI in Höhe von 128 000 Euro akzeptiert. "Wir haben unsere Rechtsmittel zurückgenommen", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos.

Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) geht das Jahr auch abseits der Eisfläche mit einer Niederlage zu Ende. Der Fall Florian Busch, der 2008 überschattete, kommt den Verband teuer zu stehen. Das Bundesinnenministerium hat Fördergelder in Höhe von 128 000 Euro einbehalten. Dieser Strafe stimmte der DEB nun zu. "Wir haben unsere Rechtsmittel zurückgenommen. Dieser Entscheid ist jetzt rechtskräftig", verkündete DEB-Präsident Uwe Harnos nach dem 1:2 nach Verlängerung in Hamburg gegen die Schweiz und fügte an: "Damit sollte es jetzt sein Bewenden haben."

Das BMI straft den Verband damit für Versäumnisse in der Vergangenheit ab, die eine Sperre für den Dopingtest-Verweigerer Busch verhinderten. So hatte der Berliner, der vom DEB wegen der zunächst verweigerten und später nachgeholten Dopingkontrolle lediglich mit einer öffentlichen Verwarnung, einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit belegt worden war, keine Athletenvereinbarung unterschrieben. Zudem war der Anti-Doping-Code nicht in den DEB-Statuten verankert. Deshalb konnte auch das Adhoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) in zweiter Instanz Busch, dessen Probe negativ war, nicht sperren.

BMI behält 128 000 Euro ein

Das BMI strich dem DEB für 2008 und 2009 jeweils 50 000 der ihm zustehenden 370 000 Euro. Zudem behielt es 28 000 Euro für den Zeitraum ein, in dem es keine Trainingskontrollvereinbarung mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gab. Die Nada hatte den Vertrag im Frühjahr gekündigt, knapp einen Monat später wurde eine neue Vereinbarung unterschrieben.

Der DEB hat die finanziellen Einschnitte "mit Schmerzen kompensiert", so Harnos, und hofft, dass das Thema Busch damit endgültig erledigt ist. Mittlerweile haben alle Nationalspieler eine Athletenvereinbarung unterschrieben, in der sie den Anti-Doping-Code anerkennen, auch die Profis in der NHL. Zudem wird ihnen in Kürze vom neuen Anti-Doping-Beauftragten Eckard Schindler eine Schiedsgerichtsvereinbarung explizit zum Thema Doping zur Unterschrift vorgelegt.

Alle DEB-Funktionäre haben eine Ehrenerklärung unterzeichnet, in der sie die Anti-Doping-Richtlinien anerkennen. Der neue Nada-Code, der zum Jahresbeginn 2009 in Kraft tritt, ist mittlerweile in den DEB-Statuten verankert und muss nur noch vom Registergericht eingetragen werden.

Welche Konsequenzen die verweigerte Dopingkontrolle allerdings für Busch selber haben wird, ist noch offen. Der Berliner spielt zwar weiter in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für die Eisbären. Doch Bundestrainer Uwe Krupp lud den Stürmer zum letzten Länderspiel des Jahres nicht ein. "Ich habe keine Ahnung, wie es mit ihm weitergeht", sagte Krupp nach dem Jahres-Kehraus in Hamburg: "Ich weiß nur, dass er im Moment nicht in Frage kommt." Der erfolgreichste deutsche Angreifer bei der WM im Mai in Kanada ist somit für die Olympia-Qualifikation in Hannover (5. bis 8. Februar 2009) offenbar kein Thema.

"Mehr Transparenz" gefordert

Indes kämpft der DEB um seinen Ruf. Schindler wirbt für "mehr Transparenz" und "mehr Professionalität" beim Anti-Doping-Kampf. So informiert der Psychologe und Lehrer regelmäßig die Nationalspieler über das Meldesystem und die Regularien im neuen Nada-Code, besuchte bereits die Hälfte der DEL-Klubs und suchte auch den Kontakt zu anderen Mannschaftssportarten. Dass die Spieler Probleme mit dem Meldesystem Adams haben, kann Schindler zwar nachvollziehen, aber nicht als Ausrede akzeptieren.

"Das ist nun mal Teil des Jobs. So wie wir unsere Steuererklärung abgeben müssen", sagte er. Zudem betonte er, dass Eishockey trotz der Busch-Schlagzeilen nicht zu den Sportarten mit hohem Doping-Risiko gehöre. Im Jahr 2007 gab es 131 Wettkampf- und 74 Trainingskontrollen, alle waren negativ. Am 26. Oktober 2008 allerdings wurde Zweitliga-Torwart Patrick Koslow (Bietigheim) positiv getestet, sein Vertrag ist mittlerweile aufgelöst. In einem zweiten Fall gibt es noch eine Nachuntersuchung, ob der erhöhte Testosteronwert biologisch bedingt sei.

© SID

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