Eishockey Verband
DEB bleibt bei milder Strafe gegen Busch

Der Deutsche Eishockey-Bund steht weiter zu seiner Entscheidung im Fall Florian Busch. Der Stürmer war wegen einer zunächst verweigerten Dopingkontrolle vom DEB nur milde bestraft worden.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) ist von der Richtigkeit seines Verhaltens in der Diskussion um Florian Busch überzeugt und will seine Entscheidung nicht revidieren. Trotz der massiven öffentlichen Kritik bleibt das milde Urteil bestehen. "Wir stehen zu 100 Prozent zu dieser Entscheidung", sagte DEB-Generalsekretär Franz Reindl am Rande des letzten WM-Testspiels am Freitagabend in Bietigheim-Bissingen gegen Dänemark. Der Stürmer des deutschen Meisters Eisbären Berlin wird am Sonntag mit der DEB-Auswahl zur WM in Kanada (2. bis 18. Mai) fliegen.

Nada informiert Wada

Busch hatte eine Dopingkontrolle zunächst verweigert, sie aber einige Stunden später nachgeholt. Die Probe war negativ. Das zuständige DEB-Disziplinarorgan hatte den 23-Jährigen daraufhin mit einer Verwarnung, einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit belegt. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) wertet den verweigerten als positiven Test und fordert eine Sperre. Sie hat die Welt-Doping-Agentur (Wada) und das Bundesinnenministerium informiert.

Reindl kündigte zudem an, gegen den Dopingexperten Werner Franke juristisch vorzugehen. Der Molekular-Biologe hatte den DEB scharf angegriffen und eine Annullierung des entscheidenden Finalspiels um die deutsche Meisterschaft gefordert, in dem Busch für Berlin gegen die Kölner Haie das Siegtor erzielt hatte. "Das Präsidium hat beschlossen, gegen seine Äußerungen gerichtlich vorzugehen", sagte Reindl.

"Nada-Code mit der heißen Nadel gestrickt"

Reindl verteidigte erneut die milde Strafe. "Diesen Fall hat es noch nie gegeben, er ist im Nada-Code nirgends beschrieben", sagte der DEB-Generalsekretär: "Der Nada-Code ist mit der heißen Nadel gestrickt, da ist viel Luft drin." Weil Busch bereits wenige Minuten nach seiner Weigerung den Nada-Kontrolleur angerufen habe, um den Test nachzuholen, wertet der DEB den Fall nicht als verweigerte Kontrolle, sondern nur als Verfahrensvergehen.

Unterstützung bekommt der DEB vom Weltverband Iihf. Der habe laut Reindl der Wada mitgeteilt habe, dass er die Entscheidung "voll und ganz unterstützt". Reindl betonte zudem: "Ich bin ein Befürworter des Anti-Doping-Kampfes, aber nicht der Paragrafenreiterei."

© SID

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