Eishockey WM
"Eidgenossen" bleiben Deutschlands Angstgegner

Das deutsche Nationalteam hat sich im zweiten Spiel der Eishockey-WM den ersten Zähler erkämpft. Gegen Gastgeber Schweiz verlor die DEB-Auswahl trotz guter Leistung mit 2:3 n.V..

Die schwarze Serie hält an: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat gegen ihren Angstgegner Schweiz den ersten WM-Sieg seit sieben Jahren verpasst. Mit dem 2:3 (1:1, 1:1, 0:0, 0:1) nach Verlängerung gegen den WM-Gastgeber erhielten die Viertelfinal-Hoffnungen des Teams von Bundestrainer Uwe Krupp einen ersten Dämpfer.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) muss am Dienstag (20.15 Uhr/live im DSF) ihr letztes Gruppenspiel gegen Frankreich gewinnen, um noch die Zwischenrunde zu erreichen. Dorthin würde sie nach dem 0:5 zum Auftakt gegen Weltmeister Russland und der 15. Niederlage in den letzten 16 Derbys gegen die Schweiz allerdings nur einen Punkt mitnehmen.

"Wir haben viele Dinge gut gemacht. Das gibt uns Mut für die nächsten Spiele. Wir haben über weite Strecken gut mitgehalten. Zum Schluss war die Schweiz etwas stärker," sagte Uwe Krupp.

Hackert: "Kriegen immer so ein blödes Tor"

Vor 11 423 Zuschauern in der ausverkauften Allmend-Halle reichten die Tore des Kölners Christoph Ullmann (7.) und des NHL-Profis Christoph Schubert (34.) von den Ottawa Senators nicht zum ersten deutschen WM-Sieg gegen den Nachbarn seit 2002 (3:0). Für die Schweizer, die den Deutschen schon 2004 den Weg ins Viertelfinale versperrt und sie 2005 in die Abstiegsrunde geschickt hatten, trafen Roman Wick (9.), Mathias Seger (24.) und NHL-Profi Mark Streit nach 78 Sekunden in der Verlängerung.

"Irgendwie kriegen wir am Ende immer so ein blödes Tor", meinte der Mannheimer Michael Hackert, "aber wir waren ein ebenbürtiger Gegner. Es ist schade und hart, dass wir diese Spiele immer verlieren."

Bakos gab "grünes Licht"

Krupp konnte 48 Stunden nach der Auftaktniederlage gegen Russland auch den angeschlagenen Michael Bakos einsetzen. Der Ingolstädter Verteidiger hatte im ersten Spiel eine Platzwunde über dem rechten Auge erlitten, die Schwellung ging jedoch rechtzeitig zurück, der Abwehrroutinier spielte mit einem Gesichtsschutz.

Es waren noch nicht zwei Minuten gespielt, da hatten die 11 000 Schweizer Fans den Torjubel schon auf den Lippen. Doch Torhüter Dimitri Pätzold verhinderte mit einer Glanzparade einen frühen Rückstand, als er bei einem Schuss von Mathias Seger - eigentlich schon geschlagen - noch den Schoner aufs Eis brachte.

Die Gastgeber verkrampften mit zunehmender Spielzeit, das Krupp-Team wurde stärker. Gleich die erste Überzahlsituation nutzte Ullmann nach schönem Zuspiel von Verteidiger Sven Butenschön zum 1:0. Doch lange hielt die Führung nicht. Nur 130 Sekunden später überwand Wick DEB-Goalie Pätzold.

Schubert schlug in Unterzahl zu

"Wir müssen von der Strafbank wegbleiben", hatte Kapitän Andreas Renz gefordert. Daran hielten sich seine Kollegen zunächst, während die Schweizer mit überflüssigen Fouls der DEB-Auswahl weitere Powerplay-Möglichkeiten bescherten. Die beste Chance vergab Alexander Barta, als er allein vor NHL-Goalie Martin Gerber scheiterte (14.).

Im zweiten Drittel entwickelten die Schweizer deutlich mehr Druck aufs Tor, phasenweise schnürten sie die Deutschen in der eigenen Zone regelrecht ein. Das Führungstor durch einen Gewaltschuss von Seger war die logische Folge. Nun wurde das Derby hitzig. Nachdem Michael Hackert einen Schläger ins Gesicht bekommen hatte, die Schiedsrichter aber keine Strafe verhängten, ließ auch Krupp seinen Emotionen auf der Bank freien Lauf.

Auf dem Eis wurde es ruppiger, die ersten Rangeleien begannen. Nachdem Butenschön zunächst vor dem leeren Tor den Puck nicht unter Kontrolle gebracht und den Ausgleich verpasst hatte (31.), behielt Schubert kühlen Kopf. In Unterzahl steuerte der NHL-Profi allein auf das Tor zu und überwand Gerber, mit dem er noch bis März in Ottawa zusammengespielt hatte, im zweiten Versuch.

© SID

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