Eiskunstlauf Grand Prix
Sawtschenko Szolkowy feiern Sensationssieg

Das deutsche Eiskunstlauf-Paar Robin Szolkowy/Aliona Sawtschenko hat überraschend den Titel beim Skate Canada in St. John´s, dem zweiten Grand Prix der Saison, vor den russischen Favoriten Petrowa/Tichonow gewonnen.

Schon ihre Führung nach dem Kurzprogramm der Paar-Konkurrenz des Skate America war einer kleinen Sensation gleich gekommen: Robin Szolkowy und Aliona Sawtschenko setzten beim zweiten Eiskunstlauf-Grand Prix im kanadischen St. John´s aber noch einen drauf und verwiesen die russischen Vizeweltmeister von 2005 und Weltmeister von 2000, Maria Petrowa und Alexej Tichonow, auch nach der Kür auf den zweiten Platz. Am Ende sicherten sich Sawtschenko/Szolkowy den Gesamtsieg mit einer Wertung von 175,60 Punkten gegenüber 174,14 der Russen. Auf Rang drei kamen die kanadischen Lokalmatadoren Valerie Marcoux/Craig Buntin mit 158,90 ein.

Einbürgerung ungewiss

Ob das siegreiche Paar aus Chemnitz bei den Olympischen Spielen in Turin (10. bis 26. Februar) aber für Deutschland auf Medaillenjagd gehen kann, steht in den Sternen. Die gebürtige Ukrainerin Sawtschenko wartet auf ihre Einbürgerung. "Die Unterlagen sind eingereicht, es ist Sache der Landesregierung Sachsen. Doch ich hoffe, dass nach diesem ersten Platz alle Beteiligten die Angelegenheit im Sinne der Sportler überdenken. Schließlich können die beiden bei Olympia eine Medaille für Deutschland holen", sagte Reinhard Mirmseker dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der Präsident der Deutschen Eislauf-Union (DEU) weiß aber auch: "Die Einbürgerung geht nur über eine Ausnahmegenehmigung. Natürlich sind wir stark daran interessiert, aber es gibt auch Gesetze." Unabhängig von der ausstehenden Entscheidung befand sich Mirmseker am Sonntag in Feierlaune. "Das ist genau der Erfolg, den wir brauchen. Sie haben damit gezeigt, dass sie international mitmischen können", sagte der Verbandschef.

Mit dem Erfolg von Sawtschenko/Szolkowy schloss sich in Kanada ein Kreis. Für den letzten deutschen Sieg in einem Grand Prix hatten 1997 Mandy Wötzel/Ingo Steuer gesorgt. Jener Steuer, der heute in Chemnitz am Olympiastützpunkt Sawtschenko/Szolkowy trainiert. Er kreierte die neue Kür der deutschen Meister und EM-Vierten zu Sphärenklängen des französischen Musikers Jean-Michel Jarre. Erstmals wurde das Programm Ende September bei der Nebelhorn-Trophy vorgestellt, nächser Auftritt ist am 12. November bei der ARD Gala on Ice in Mannheim.

"Das können wir hier gewinnen"

In St. John´s erwischte das Duo einen ausgezeichneten Start. "Wir sind hier ein sehr gutes Kurzprogramm gelaufen", erklärten die Sieger, "die Kür war dann okay." Beim dreifachen Wurfflip berührte Aljona Sawtschenko mit einer Hand kurz das Eis, ihren dreifachen Toeloop als Einzelsprung öffnete sie in der Luft etwas zu früh und landete ihn nicht korrekt. Kleine Fehler, die weiteren Spielraum nach oben anzeigen.

Sawtschenko/Szolkowy mussten als letztes Paar aufs Eis. "Wir waren vor der Kür schon ein bisschen nervös", sagte Szolkowy, der seine russischen Rivalen früher im Fernsehen bewundert hatte. In St. John´s saß er in den Katakomben vor dem Monitor und beobachtete die Kür der Russen, und wie Maria Petrova beim dreifachen Salchow patzte. "Da dachte ich, das können wir hier gewinnen."

Im Einzelwettbewerb der Damen liegt derweil nach dem Kurzprogramm die US-Amerikanerin Alissa Dzisny in Front. Die 18-Jährige, schon in der Vorwoche Zweite beim Skate America, verwies mit 58,54 Punkten die Japanerin Fumie Suguri (52,12) und die Kanadierin Joanie Rochette (50,68) auf die Plätze.

© SID

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