Eiskunstlauf International
Rekord-Paarläuferin Rodnina feiert 60. Geburtstag

Als Paarläuferin hat Irina Rodnina mit zehn Welt- und elf Europameistertiteln zwischen 1969 und 1980 die Welt begeistert. Heute feiert die Moskauerin ihren 60. Geburtstag.

Ihre Rekorde scheinen für die Ewigkeit gemacht. Drei Olympiasiege, zehn Welt- und elf Europameisterschaftstitel hat Irina Rodnina zwischen 1969 und 1980 als Paarläuferin gewonnen, fast unvorstellbar in der mittlerweile wesentlich schnelllebigeren Zeit. Heute feiert die gebürtige Moskauerin in ihrer Heimatstadt ihren 60. Geburtstag ganz privat. Erst zwei Wochen später ist ihr zu Ehren ein großes Schaulaufen in der russischen Hauptstadt geplant.

Mit ihrem ersten Partner Alexej Ulanow, der später von Alexander Saitsew abgelöst wurde, läutete das russische Energiebündel bei den europäischen Titelkämpfen 1969 in Garmisch-Partenkirchen eine neue Zeitrechnung auf dem Eis ein. Das schwülstige Eisballett ihrer Vorgänger und Landsleute Ludmilla Belusowa und Oleg Protopopow wurde abgelöst durch eine neue Sportlichkeit, die das Paarlaufen der siebziger Jahre dominierte. "Daran erinnere ich mich ganz besonders gern", sagte Rodnina in einem Interview der Fachzeitschrift Pirouette.

Tempo und Höchstschwierigkeiten als Markenzeichen

Tempo und Höchstschwierigkeiten waren ihr Markenzeichen, doch auch wegen eines Kuriosums ging sie in die Historie der Kufenkünstler ein. Bei den Weltmeisterschaften 1973 in Bratislava liefen Rodnina/Saitsew die zweite Hälfte ihrer Kür bedingt durch einen technischen Defekt ohne Musikbegleitung. Dennoch blieb die Synchronität, der Gleichklang der Bewegungen, so harmonisch erhalten, dass es zu einem souveränen Titelgewinn reichte.

"Es war verrückt, wir wussten nicht, ob wir aufhören oder weiterlaufen sollten. Aber unser Trainer Stanislaw Schuk hat uns per Handzeichen aufgefordert, das Programm fortzusetzen", erinnert sich die Tochter eines Majors der Roten Armee an diesen denkwürdigen Tag. Die unvergleichliche Karriere der Irina Rodnina endete 1980 bei den Olympischen Spielen in Lake Placid - standesgemäß mit einer Goldmedaille.

Als Trainerin war die hochdekorierte Athletin weniger erfolgreich. In den neunziger Jahren arbeitete Rodnina im kalifornischen Lake Arrowhead mit zahlreichen Spitzenpaaren, konnte jedoch lediglich die beiden Tschechen Radka Kovarikova und Rene Novotny 1995 zum Weltmeistertitel führen. Während sie selbst kurz nach der Jahrtausendwende nach Russland zurückkehrte und mittlerweile auch politisch aktiv ist, sind ihre beiden Kinder in den USA geblieben.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%