Eisschnelllauf National
Dosb hat keine Angst vor Doping-Lawine

Nach dem Urteil gegen die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein befürchtet der Deutsche Olympische Sportbund keine lawinenartige Zunahme der Dopingfälle in Deutschland.

Der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) befürchtet nach der Bestätigung des Dopingurteils gegen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein kein sprunghaftes Ansteigen der Dopingfälle im deutschen Sport. "Wir fürchten keine Lawine", sagte Dosb-Generaldirektor Michael Vesper am Donnerstag in Frankfurt/Main. Dennoch forderte Vesper alle Verbände auf, "Athleten mit auffälligen Werten ins Visier zu nehmen und zu melden".

Zur Frage, ob Pechstein bei einem erfolgreichen Einspruch gegen ihre zweijährige Sperre beim Schweizer Bundesgericht noch eine Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Vancouver hat, wollte sich Vesper nicht konkret äußern. "Ich werde nicht darüber spekulieren, was ein Bundesgericht in der Schweiz urteilen wird. Für uns ist die Sportgerichtsbarkeit entscheidend", sagte der Funktionär.

Aufgrund der Diskussion über die wissenschaftlichen Kriterien der Sperre für Pechstein machte sich Vesper für die Einführung einheitlicher Regeln stark: "Bislang kommt es auf das Regelwerk der Verbände an. Mittel- und langfristig wäre es sicher besser, wenn die Kriterien für alle Sportler gleich sind."

"Bestehende Gesetze konsequent umsetzen"

Von einer Verschärfung der Doping-Gesetzgebung hält Vesper dagegen nichts. "Wir sehen da eher ein Umsetzungsproblem, weil es zu wenige Staatsanwaltschaften gibt, die auf diese Fragen spezialisiert sind", sagte der Generaldirektor: "Wir sollten also erst die bestehende Gesetzgebung konsequent umsetzen, bevor wir nach neuen Gesetzen rufen."

Um die Umsetzung der Gesetze zu gewährleisten und die Doping-Hintermänner stärker ins Visier zu nehmen, forderte Vesper eine bessere Kooperation zwischen dem Sport und der Justiz: "Jeder Dopingfall ist ein Indiz für strafbare Handlungen im Umfeld. Deshalb sollte jeder Fall in der Richtung zu Ermittlungen führen. Da muss die Zusammenarbeit zwischen dem Sport und den Verbänden mit der Staatsanwaltschaft verbessert werden."

© SID

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