Eisschnelllauf National
Erfolgreiches Comeback und Kritik von Friesinger

Anni Friesinger hat sich in Berlin erfolgreich auf dem Eis zurückgemeldet. Etwa sechs Monate nach ihrer Knie-Operation löste die 31-Jährige das Ticket für die Sprint-WM in Moskau.

Vorzeitige Bescherung für Anni Friesinger, doch jede Menge Zoff hinter den Kulissen. Drei Tage vor Heiligabend durfte sich die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin schon über die erste Bescherung freuen. Bei ihrem Comeback nach 175-tägiger Verletzungspause während zweier Qualifikationsläufe in Berlin hielt das operierte Knie den Belastungen stand. Anschließend jedoch wetterte die 31-Jährige gegen Kolleginnen, die der Veranstaltung fern geblieben waren.

"Es ist doch beschämend, dass der Verband so einen Wettkampf ausrichtet und einige Läuferinnen einfach nicht erscheinen. Ich fordere eine Startpflicht", schimpfte Friesinger und nannte namentlich Monique Angermüller (Berlin), Gaby Hirschbichler und Heike Hartmann (beide Inzell). Weltrekordlerin Jenny Wolf (Berlin) nahm sie von der Kritik aus, "weil sie eh Super-Leistungen zeigt", wie Friesinger sagte.

Friesinger neben Wolf und Angermüller gesetzt

Da nicht alle Läuferinnen in Berlin am Start waren, wird es Anfang Januar in Klobenstein ein weiteres Ausscheidungsrennen um das vierte Ticket für die Sprint-WM in Moskau geben. "Das hätte man sich sparen können, wenn mehr Läuferinnen in Berlin dabei gewesen wären. Doch stattdessen verzichten einige, obwohl ich sie hier in der Halle gesehen habe", sagte Friesinger, die nach ihren guten Tests nun neben Wolf und Angermüller für Moskau gesetzt ist.

Mit dem Verlauf ihres verspäteten Saisoneinstiegs war Friesinger zufrieden. "Das Wichtigste war, dass das Knie gehalten hat. Beim Start hatte ich noch einige Probleme", sagte Friesinger. Die Zeiten waren noch nicht überragend. Im ersten Lauf über 500m musste sie sich in 39,93 Sekunden Pamela Zoellner (Erfurt/39,88 Sekunden) geschlagen geben. Im zweiten Lauf über 1000m ließ sie der Konkurrenz keine Chance und siegte in 1:18,23 Minuten.

Ende einer langen Leidenszeit

Mit den Siegen von Berlin endete für Friesinger eine lange Leidenszeit, die sie als "schwierigste Phase" ihrer Karriere bezeichnet hatte. Ende Juni hatte sich die 31-Jährige beim Höhentraining in Österreich auf dem Rad einen Knorpeleinriss und einen Kapselriss im rechten Knie zugezogen und musste operiert werden. Neun Wochen konnte sie nur an Krücken laufen. Anfang September nahm die 15-malige Weltmeisterin das Eistraining wieder auf, bekam aber kurze Zeit später wieder Schmerzen und musste immer wieder mit Rückschlägen leben.

© SID

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