Eisschnelllauf National
Heinze gibt Angermüller und Co. Rückendeckung

Desg-Präsident Gerd Heinze hat Monique Angermüller (Berlin), Gaby Hirschbichler und Heike Hartmann gegen Kritik verteidigt. Die Eisschnellläuferinnen hatten bei der DM gefehlt.

Kurz vor Weihnachten hängt im deutschen Eisschnelllauf der Haussegen schief. Nachdem Anni Friesinger (Inzell) und Claudia Pechstein (Berlin) kritisiert hatten, dass sich einige Kolleginnen bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften und der Sprint-Ausscheidung am Wochenende eine Auszeit nehmen durften, holten Verbands-Präsident und Bundestrainer zum Gegenschlag aus.

"Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen"

"Man kann die Kolleginnen nicht kritisieren, weil sie krank geworden sind und deshalb ausfallen", wetterte Präsident Gerd Heinze von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg). Heinze erinnerte daran, dass Friesinger und Pechstein bei früheren Titelkämpfen ebenfalls wegen Krankheit gefehlt hatten: "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen."

Friesinger hatte beanstandet, dass der Verband es einigen Läuferinnen gestattete, bei den Sprint-Läufen in Berlin zu fehlen, obwohl sie als Qualifikation für die WM in Moskau (17./18 Januar) ausgeschrieben waren. Die 31 Jahre alte Olympiasiegerin hatte namentlich Monique Angermüller (Berlin), Gaby Hirschbichler und Heike Hartmann (beide Inzell) genannt. "Alle drei waren krank oder verletzt. Atteste lagen uns vor. Deshalb war ihr Fehlen in Ordnung", sagte Frauen-Bundestrainer Markus Eicher.

Heinze nicht überrascht

Für Heinze war es keine Überraschung, dass Friesinger das Fehlen des Trios beklagte, zumal Läuferinnen aus ihrer eigenen Trainingsgruppe wie Pamela Zoellner und Judith Hesse an den Start gegangen waren. "Da erklärt sich Anni mit ihrer Gruppe solidarisch", meinte Heinze.

Zoellner und Hesse blieben mit ihren Zeiten über 500 und 1000m jedoch hinter den Erwartungen zurück und konnten das noch freie, vierte Ticket für die Sprint-WM in Moskau (17./18. Januar) nicht lösen. In einem weiteren Ausscheidungslauf am 8. Januar in Klobenstein wird nun ermittelt, wer neben Friesinger, Jenny Wolf (Berlin) und Angermüller nach Moskau fährt.

Pechstein hatte zuvor bei der Mehrkampf-DM ebenfalls die mangelnde Beteiligung beklagt. "Das ist schon bitter, wenn keine echte Konkurrenz dabei ist", sagte sie. Die 36-Jährige kritisierte die kurzfristige Entscheidung des Verbandes, die DM nicht als EM-Qualifikation zu werten. Die Folge: Bei ihrem sechsten Titelgewinn musste sie sich lediglich mit U23-Läuferinnen messen, die Veranstaltung verkam zur Farce.

"So geht es auf keinen Fall weiter"

"So geht es auf keinen Fall weiter", meinte Heinze, der sich eine neuerliche Veranstaltung ohne Konkurrenz und Publikum ersparen will. "Vielleicht müssen wir die Mehrkampf-DM aus dem Programm nehmen."

Eicher schlug vor, die nationalen Titelkämpfe in den Sommer zu verlegen. "Das machen doch andere Wintersportarten auch. Wir könnten im Juni oder Juli die Hallen nutzen, sodass es im Winter weniger Probleme mit dem Zeitplan gibt."

© SID

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