Eisschnelllauf National
Pechstein finanziell auf sich allein gestellt

Die des Blutdopings verdächtigte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein muss bis zur Klärung ihres Falls von der Desg auf Unterstützung bei Trainingslagern oder Reisen verzichten.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein darf bis zur Klärung ihres Falls von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) nicht mehr bei Trainingslagern oder Reisen unterstützt werden. Eine entsprechende Anweisung sei an die Desg verschickt worden, sagte Bundesinnenministerium (BMI) und bestätigte eine entsprechende Meldung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Bei einem Verstoß werde man "Konsequenzen zu Lasten des Verbandes" prüfen, sagte Innen- und Sportminister Wolfgang Schäuble. Im Vorjahr seien rund 25 000 Euro für Pechsteins Förderung geflossen.

Desg-Präsident Gerd Heinze zeigte sich überrascht: "Ich kenne kein Schreiben von Herrn Schäuble." Deshalb könne er zu der BMI-Anweisung auch keine Stellung beziehen.

Unterdessen riet Innenminister Schäuble der wegen des Verdachts auf Blutdoping gesperrten fünfmaligen Olympiasiegerin Pechstein im Interview mit dem Tagesspiegel (Montag-Ausgabe): "Sie muss jetzt die Indizien und den derzeitigen Anschein widerlegen. Ich nehme an, sie tut alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Das muss sie auch."

Schäuble: Für Pechstein steht "eine Menge auf dem Spiel"

Für Deutschlands Rekord-Winterolympionikin, die trotz ihrer Zwei-Jahres-Sperre weiter trainiert, steht laut Schäuble "eine Menge auf dem Spiel". Vom Urteil des obersten Sport-Gerichtshofes CAS in Lausanne hängt ihre Zukunft als Beamtin der Bundespolizei ab, wo Schäuble ihr oberster Dienstherr ist. Das Disziplinarverfahren gegen sie ist bis zur CAS-Entscheidung ausgesetzt.

Die Berlinerin will die vom Weltverband ISU ausgesprochene Sperre vor dem CAS anfechten. Die 37-Jährige war als erste Sportlerin weltweit nur anhand von Indizien ohne positiven Dopingbefund verurteilt worden.

Schäuble zeigte sich im Interview desillusioniert vom Sport. "Ich möchte das nicht verallgemeinern, aber für mich ganz persönlich hat der Sport schon seine Unschuld verloren." Er glaube kaum noch jemandem, zu viele Enttäuschungen habe er erlebt. "Ich kenne viele Sportler persönlich und konnte mir bei einigen wirklich nicht vorstellen, dass sie dopen - und hinterher kam etwas anderes heraus."

© SID

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