Eisschnelllauf National
Vesper will endgültiges Pechstein-Urteil abwarten

Nachdem Claudia Pechstein die Starterlaubnis für den Weltcup in Salt Lake City bekommen hat, reagieren Dosb-Präsident Thomas Bach und Dosb-Generalsekretär Michael Vesper abwartend.

Claudia Pechstein darf beim Eisschnelllauf-Weltcup in Salt Lake City an den Start gehen. Die fünfmalige Olympiasiegerin hatte einen Eilantrag an das Schweizer Bundesgericht gestellt, dem am Dienstag stattgegeben wurde. Der Sport-Informations-Dienst hat die Reaktionen auf die Starterlaubnis der 39-Jährigen zusammengefasst.

Claudia Pechstein (fünfmalige Olympiasiegerin):"Für mich ist diese Startmöglichkeit eine kleine Genugtuung, denn ich habe nichts getan und deshalb immer noch gehofft, dass es so kommen wird. Aber ich werde jetzt auch nicht in Euphorie verfallen, weil es erst einmal nur dieser eine Start ist. Man kann von mir jetzt nicht Großes erwarten. Ich habe zehn Monate lang unter unglaublicher nervlicher Anspannung trainieren müssen. Ich will mich für Olympia qualifizieren. Ich habe nur diese eine Chance, und die will ich nutzen."

Thomas Bach (Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes):"Wir respektieren die einstweilige Verfügung des Schweizer Bundesgerichts und hoffen auf eine baldige endgültige Entscheidung."

Michael Vesper (Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sport-Bundes):"Sie steht sportlich natürlich unter einer ungeheuren Anspannung. Man wird sehen, wie sie mit der ganzen Situation zurechtkommt. Juristisch gesehen hat sie das Recht, jedes Mittel auszuschöpfen. Wir haben unsere Nominierungssitzungen am 17. Dezember und am 22. Januar. Solange das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes nicht aufgehoben ist, ist es für uns bindend."

Gerd Heinze (Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft):"Das ist eine faire Entscheidung. Wir hoffen sehr, dass Claudia trotz fehlender Wettkampferfahrung und der nervlichen Belastung leistungsfähig sein wird."

Ralf Grengel (Manager von Pechstein): "Es ist natürlich eine unglaubliche psychische Belastung für Claudia, dass dieser eine Start über eine mögliche Qualifikation entscheidet."

Simon Bergmann (Anwalt von Pechstein): "Das war eine Interessensabwägung des Gerichts. Wenn Claudia nicht hätte teilnehmen können, wäre Olympia für sie gestorben gewesen. Hätten dann aber unsere Rechtsmittel Erfolg gehabt, wäre ein irreparabler Schaden entstanden. Deshalb überwogen Claudias Interessen. Das ist kein Indiz dafür, dass unsere Beschwerde im Hauptsacheverfahren automatisch auch Erfolg haben wird."

Michael Lehner (Sportrechtsexperte aus Heidelberg):"Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes war eine Katastrophe. Ich wünsche mir, dass der CAS in die Schranken gewiesen wird und nicht mehr selbstgefällig agieren kann. Es ist deutlich mehr als ein Funken Hoffnung, aber es ist auch noch kein Ansatz zur Euphorie."

Joachim Franke (langjähriger Trainer von Pechstein): "Ich glaube, dass sie nicht so schlecht in Form sein wird. Aber es wird nach der langen Wettkampfpause schwer. Ich bewundere es, wie sie trotz der nervlichen Belastung immer ihr Training durchgezogen hat. Das zeigt ihren unglaublichen Kampfeswillen."

© SID

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