Eisschnelllauf Weltcup
Eisschnelllauf-Weltcup startet in Calgary

Drei Monate vor den Olympischen Winterspielen 2006 starten heute die Eisschnellläuferinnen in Calgary in die neue Saison. Im Mittelpunkt stehen hier die deutschen Kontrahentinnen Claudia Pechstein und Anni Friesinger.

Das Warten hat ein Ende - heute beginnt die neue Weltcup-Saison der Eisschnellläufer im kanadischen Calgary. Mit von der Partie sind auch die deutschen Konkurrentinnen Anni Friesinger und Claudia Pechstein. Die beiden Eisschnelllauf-Olympiasiegerinnen peilen drei Monate vor den Olympischen Winterspielen von Turin sowohl auf den Einzelstrecken als auch zum zweiten Mal gemeinsam im "Dream-Team" mit Weltmeisterin Sabine Völker Erfolge an.

Friesinger kündigt Weltrekord-Flut an

"Ich denke, dass in Calgary fünf Weltrekorde fallen werden. Ich hoffe, dass meiner überlebt, glaube es aber nicht", meinte Friesinger mit Blick auf ihre 1 500-m-Bestzeit: "Es ist nur die Frage, wer ihn unterbietet. Hoffentlich schaffe ich es nochmal selbst." Die Olympiasiegerin aus Inzell hatte erst vor einer Woche an selber Stelle die Bestmarke ihrer kanadischen Rivalin Cindy Klassen um mehr als eine halbe Sekunde auf sensationelle 1:53,22 Minuten gedrückt.

Am heutigen Samstag, 24 Stunden vor ihrem mit Spannung erwarteten Duell über 1500m, spekulieren die beiden derzeit dominierenden Eisschnellläuferinnen auch auf Claudia Pechsteins Weltrekord über 3000m (3:57,70) - obwohl es Friesinger nicht offen zugibt: Sie wolle ihre persönliche Bestleistung (3:59,39) unterbieten, "mal sehen, was da so drin ist."

"Nur ein Schritt auf dem langen Weg nach Turin"

Pechstein sieht der Rekord-Hatz derweil gelassen entgegen. "Zu spekulieren, ob irgendwelche Weltrekorde fallen, ist nicht mein Ding", meinte die Berlinerin, für die ohnehin in dieser Saison nur die Olympischen Spiele (10. bis 26. Februar) zählen. "Dieser Weltcup ist nur der erste Schritt auf dem langen Weg nach Turin, mehr nicht", sagte die deutsche Rekord-Olympiasiegerin (viermal Gold), schränkte aber ein: "Natürlich will ich auch nicht hinterherlaufen."

Etwas hinterhergelaufen war die Langstreckenspezialistin im vergangenen Jahr beim Weltcup-Auftakt in Hamar, als sie im Team mit Friesinger und Völker nicht richtig Tritt fand. Das Trio belegte nur Rang fünf. Was folgte, war ein monatelanger Streit zwischen Pechstein und Chef-Bundestrainer Helmut Kraus, und bei der WM in Inzell siegten dann Friesinger und Völker gemeinsam mit Daniela Anschütz. Die Erfurterin fiel nun wieder ins zweite Glied zurück, in Calgary startet Pechstein als deutsche 1 500-m-Meisterin am Sonntag zum zweiten Mal im "Deutschland-Express".

"Wir haben viel trainiert und viel gesprochen. Ich bin davon überzeugt, dass es gut laufen wird", meinte der neue Damenteam-Trainer Markus Eicher, gleichzeitig Coach von Friesingers Trainingsgruppe in Inzell. Dass der Weltrekord der Kanadierinnen (3:03,07 Minuten, aufgestellt vor einem Jahr in Berlin) auf dem 1 035 Meter hoch gelegenen Olympic Oval in Calgary gebrochen wird, gilt als sicher. Neben dem deutschen Trio gehören Kanada und die USA zu den Favoriten.

Die deutschen Herren spekulieren derweil nicht auf Weltrekorde - lediglich die 1 500-m-Bestzeit von Shani Davis (USA/1:43,33) scheint in Calgary nicht in Gefahr -, sondern auf einen Platz für Turin. Notwendig dazu sind auf den Einzelstrecken ein Top-8-Rang oder insgesamt zwei Weltcup-Platzierungen unter den besten 16.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%