Eisschnelllauf Weltcup
Wolfs Superserie endet an der Bande

Nach 31 Podestplätzen in Folge hat es Jenny Wolf erwischt: Beim Weltcup in Nagano stürzte die Eissprinterin im zweiten 500-m-Lauf. Zuvor reichte es immerhin noch zu einem Sieg.

Ausgerechnet bei der Generalprobe für den ersten Höhepunkt der Saison ist die Superserie von Jenny Wolf gerissen. Nach 26 Siegen, vier zweiten Plätzen und einem dritten Rang in den vergangenen 31 Rennen stürzte die Berlinerin beim Eisschnelllauf-Weltcup in Nagano im zweiten 500-m-Lauf und musste im letzten Wettkampf vor der Sprint-WM in Moskau (17./18. Januar) einen Dämpfer hinnehmen.

Doch Wolf nahm's locker, auch weil sie im eher unwichtigen 100-m-Rennen zum Abschluss der Wettkämpfe noch ihren 34. Weltcup-Sieg verbuchte. "Das passiert, da bleibt nichts hängen. Ich habe schon so viele Stürze in meiner Karriere erlebt - damit kann ich umgehen", meinte die 29-Jährige, die noch am Samstag in Bahnrekordzeit und riesigem Vorsprung über 500m gewonnen hatte.

Erinnerungen an Gunda Niemann-Stirnemann

Mehr als 31 Podestplätze in Folge sind seit Einführung des Weltcups im Jahr 1986 bislang nur Gunda Niemann-Stirnemann gelungen. Die Rekord-Weltmeisterin und-Weltcupsiegerin aus Erfurt stieg zwischen 1991 und 1995 in 42 Rennen nacheinander aufs Treppchen. Auch Anni Friesinger (26-mal), die weniger spezialisiert ist als Wolf, kommt an die Serie der Top-Sprinterin nicht heran. Mehr Weltcup-Siege im deutschen Lager als die Berlinerin können momentan nur noch Niemann-Stirnemann (98), Friesinger (54), Uwe-Jens Mey (48) und Monique Garbrecht-Enfeldt (36) vorweisen.

In 10,34 Sekunden auf den ersten 100m hatte Wolf die Konkurrenz erneut im Griff gehabt, als ihr das Missgeschick unterlief. Ausgangs der ersten Kurve touchierte ihre linke Kufe den rechten Schuh, sie stürzte und rutschte mit etwa 40 km/h in die Bande. Sie rappelte sich auf und lief noch ins Ziel, um sich als letzte der A-Gruppe noch fünf Weltcup-Punkte zu sichern. "Mir geht's gut. Ich habe geübt, bei Stürzen schnell zu reagieren", meinte sie und gab schnell Entwarnung.

Platz eins im B-Rennen

Dass sie zur erfolgreichen WM-Titelverteidigung in der Lage ist, hatte sie zuvor schon im 1 000-m-Rennen bewiesen. Zur Vorbereitung auf den Vierkampf in Moskau (2x500, 2x1000m) lief sie zum ersten Mal in dieser Saison die ungeliebte Strecke und belegte in der schwächeren B-Gruppe souverän Platz eins. Ihre Zeit von 1:17,57 Minuten hätte im A-Rennen, das die Kanadierin Christine Nesbitt (1:16,38) für sich entschied, zu Platz drei gereicht.

Dennoch blieb Wolfs Lager mit Blick auf Moskau zurückhaltend. "Gold wird sehr schwer werden. Wir haben besonders Wang Beixing im Kopf", sagte Trainer Thomas Schubert. Die Chinesin, die bis zu Wolfs Sturz als einzige Läuferin in dieser Saison die Berlinerin bezwungen hatte, verzichtete in Nagano wie schon in der Vorwoche in Changchun auf einen Start. Wie stark Anni Friesinger nach ihrer Knieoperation in Moskau schon wieder sein wird, weiß momentan niemand. "Wir setzen uns eine Medaille als Ziel", meinte Schubert.

Rodriguez meldet sich zurück

Derweil belegte die Berlinerin Monique Angermüller in Nagano in den 1 000-m-Rennen die Plätze zehn sowie sieben und und konnte nicht ganz an ihre gute Leistung von Changchun (Platz vier) anknüpfen. Ganz oben auf dem Podest stand erstmals seit November 2005 wieder Jennifer Rodriguez. Die Ex-Weltmeisterin aus den USA, die nach enttäuschenden Leistungen bei Olympia in Turin zunächst ihre Karriere beendet hatte und zu Beginn der Saison ein Comeback wagte, siegte im ersten Rennen. Herausragender Starter bei den Männern war 1 000-m-Doppelsieger Shani Davis (USA).

© SID

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