Eisschnelllauf WM
Bronze für Anschütz-Thoms in Nagano

Bei der Einzelstrecken-WM der Eisschnellläufer in Nagano hat Daniela Anschütz-Thoms Bronze über 3000m gewonnen. Unterdessen hat Anni Friesinger für das Team-Rennen abgesagt.

Einen Tag nach Platz vier über die 1 500-m-Distanz hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms bei der Einzelstrecken-WM in Nagano über 3000m die Bronzemedaille gewonnen. Die Erfurterin musste sich in 4:05,76 Minuten nur der neuen Weltmeisterin Kristina Groves aus Kanada (4:05,03) und Paulien van Deutekom aus den Niederlanden (4:05,49) geschlagen geben. Für Anschütz-Thoms war es die erste WM-Medaille auf einer Einzelstrecke und der größte Erfolg seit Team-Gold bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin.

Rekord-Olympiasiegerin Claudia Pechstein (4:08,40) kam von einer Lymphknoten-Entzündung geschwächt nicht über Platz fünf hinaus. Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Martina Sablikova aus Tschechien (4:05,92) musste sich überraschend mit Rang vier begnügen. Die Berlinerin Katrin Mattscherodt (4:14,34) wurde Elfte.

Friesinger verzichtet auf Team-Rennen am Samstag

Derweil entschied sich 1 500-m-Weltmeisterin Anni Friesinger gegen einen Start beim Team-Rennen am Samstag. "Das wäre ein Rennen zuviel. Wir wollen hier zwei Einzeltitel gewinnen. Anni ist ein Siegertyp. Die Team-Verfolgung geht an die Substanz, und halbe Sachen machen wir nicht", sagte Friesingers Trainer Gianni Romme, der auf keinen Fall die 1 000-m-Goldmission seines Schützlings am Sonntag gefährden will: "Anni hat auf dieser Strecke den Weltcup dominiert. Die Chancen auf einen Sieg stehen gut, und so soll es auch bleiben."

Offene Kritik an der Entscheidung der 1 500-m-Weltmeisterin durch den Verband blieb aber aus. Die Verantwortlichen gaben sich alle Mühe, den Betriebsfrieden während des Saisonhöhepunktes nicht zu gefährden. "Ich akzeptiere die Entscheidung, hätte mir im Interesse des Teams aber eine andere Position erhofft", sagte Desg-Präsident Gerd Heinze. Teamchef Helge Jasch verwies auf einen "klaren Standpunkt" des Friesinger-Lagers.

Sportdirektor Günter Schumacher, der in offizieller Funktion für den Weltverband ISU vor Ort ist, wollte erst gar keine Stellungnahme abgeben. Bundestrainer Markus Eicher stand "voll und ganz hinter der Entscheidung" und verwies auf die Winterspiele in Turin, als Friesinger sich in den Teamrennen aufrieb und das angestrebte Einzelgold verpasste.

Heinze fügte hinzu, dass er auch in Zukunft keine Probleme in der Zusammenarbeit mit Friesinger sehe, "wenn die Kompromisse, die sie eingeht, für alle zumutbar bleiben". Er hielt Friesinger zugute, dass einen Großteil der Schuld an der schwierigen Sachlage der "unglückliche Zeitplan" trage. Die Desg hatte sich gemeinsam mit zahlreichen anderen Verbänden dafür eingesetzt, den Team-Wettbewerb der Frauen auf den letzten Tag zu legen. Die ISU lehnte ab, weil derartige Entscheidungen nur auf dem Kongress des Verbandes getroffen werden könnten - und der findet erst im Juni in Monaco statt.

Deutsches Team nur noch Außenseiter

Im Team starten nun voraussichtlich Anschütz-Thoms, Pechstein und Lucille Opitz. Sollte sich Pechsteins Erkrankung verschlimmern, stünde Mattscherodt als Ersatz bereit. In dieser Besetzung geht das deutsche Trio am Samstag im Team-Wettbewerb als Außenseiter an den Start, obwohl vor allem Anschütz-Thoms jede Menge Rückenwind hat. "Bronze ist einfach wunderbar. Das wurde aber auch Zeit", meinte die Erfurterin, die seit ihrem ersten WM-Start im Jahr 1999 nur mit dem Team Edelmetall geholt hat: "Ich habe bewiesen, dass ich im hohen Alter von 33 Jahren noch viel bewegen kann."

Die Erkrankung Pechsteins könnte die Chancen von Team Deutschland auf Edelmetall weiter reduzieren. "Ich stehe zu meinem Einsatz im Team und hoffe, dass ich fit werde", meinte die Berlinerin, die nach zahlreichen vierten Plätzen in dieser Saison aber auch durchatmete: "Ich bin froh, dass das Rennen vorbei ist - und besser Platz fünf als Platz 4."

Wotherspoon siegt bei den Herren

Bei den Herren holte Favorit Jeremy Wotherspoon über 500m seinen dritten WM-Titel. Der Weltrekordler aus Kanada gewann beide Läufe und verwies den Südkoreaner Lee Kyou-Hyuk und Joji Kato auf die Plätze zwei und drei. Der Erfurter Anton Hahn wurde als 20. bester Deutscher, Nico Ihle aus Chemnitz belegte Rang 22.

© SID

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