Eisschnelllauf WM
Erkrankte Pechstein muss um WM-Teilnahme bangen

Aufgrund fiebriger Infekte kann Eisschnellläuferin Claudia Pechstein eventuell nicht an der WM in Vancouver teilnehmen. "Ich fühle mich schlapp und leer", sagte die 37-Jährige.

Die Reise zum Saisonfinale in die USA und nach Kanada wird für das deutsche Eisschnelllauf-Team mehr und mehr zur Tortur. Erst platzte das fürs kommende Wochenende vorgesehene Trainingslager in Vancouver, sodass Teamchef Helge Jasch den Tour-Auftakt komplett umbuchen musste. Dann ereilte die deutsche Mannschaft die Nachricht von der möglichen Absage der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein.

"Das wäre ein großer Verlust für uns", sagte Jasch. Besonders mit Blick auf den Teamlauf würde das Fehlen der 37-Jährigen eine Lücke reißen. "Unser Dreamteam wäre geplatzt", meinte Jasch. Sollte Pechstein tatsächlich absagen, würde Lucille Opitz an der Seite von Anni Friesinger und Daniela Anschütz-Thoms laufen. Europameisterin Pechstein leidet unter den Folgen fiebriger Infekte und musste am Sonntag das Training abbrechen.

Teamchef Jasch zur Situation von Pechstein: "Sie leidet jetzt schon lange"

Jasch zeigte Verständnis für Pechsteins Überlegungen: "Wenn eine Claudia Pechstein startet, will sie natürlich vorne mitlaufen. " Der Teamchef ist skeptisch, ob die Berlinerin rechtzeitig gesund wird: "Sie leidet jetzt schon lange. Man muss abwarten." Der deutsche Tross macht sich am Mittwoch mit 14 Sportlern Richtung Übersee auf.

Pechstein will sich bis zum Wochenende entscheiden, ob sie nachreist. Ursprünglich wollte sie am Dienstag mit der norwegischen Mannschaft nach Salt Lake City fliegen, um sich dort auf das Weltcup-Finale (6. bis 8. März) vorzubereiten, sagte aber kurzfristig ab. "Ich fühle mich schlapp und leer. In dieser Verfassung macht es keinen Sinn, in die Höhenluft von Salt Lake City zu fliegen", sagte sie.

Infektionen machen der Spitzenläuferin zu schaffen

Eine zweite Variante ist, dass Pechstein - wie die Teamkollegen Judith Hesse und Nico Ihle - am 8. März direkt nach Vancouver reist. Dort findet vom 12. bis 15. März die Einzelstrecken-WM statt. Aber selbst für diesen Plan sind die Voraussetzungen nicht sonderlich gut. "Man sieht deutlich, dass ihr mittlerweile auch Muskelmasse fehlt", meinte ihr ehemaliger Trainer Joachim Franke.

Ursache ihres Trainingsrückstandes sind Infektionen, die der weltweit dienstältesten Spitzenläuferin bereits vor gut zwei Wochen bei der Mehrkampf-WM im norwegischen Hamar einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Damals musste sie zur Halbzeit aus dem Wettkampf aussteigen. Seitdem konnte die Langstrecken-Spezialistin nicht mehr nach Wunsch trainieren.

Die WM in Vancouver ist der Endpunkt einer Saison, die für Pechstein bisher alle Höhen und Tiefen beinhaltete. Nachdem ihr im Vorjahr nach mageren Leistungen bereits der Rücktritt nahegelegt worden war, überraschte die fünfmalige Olympiasiegerin in diesem Winter mit zwei Weltcup-Siegen in Moskau und dem Triumph bei der Mehrkampf-EM.

© SID

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