Ende einer Ära
Djokovic besiegt Nadal im Wimbledon-Finale

Vor Novak Djokovic ist nichts mehr sicher. Der 24-Jährige hat in Wimbledon eine neue Zeitrechnung begonnen und die neunjährige Vorherrschaft von Titelverteidiger Rafael Nadal und Roger Federer knallhart beendet.
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Berlin/LondonErst holte er sich die Nummer 1, dann triumphierte er auf dem Heiligen Rasen: Der Serbe Novak Djokovic ist der neue Herrscher des Herren-Tennis. Der Überflieger des Jahres bezwang am Sonntag in einem faszinierenden Endspiel den entthronten Titelverteidiger Rafael Nadal mit 6:4, 6:1, 1:6, 6:3 und zementierte mit seinem ersten Wimbledon-Sieg die aktuellen Machtverhältnisse.

„Das ist der beste Tag meines Lebens. Wimbledon ist mein Lieblingsturnier, das Turnier, das ich immer gewinnen wollte“, sagte der überwältigte Djokovic bei der Siegerehrung. „Ich denke, ich träume immer noch.“ Nach seinem Sieg ließ sich der 24-Jährige auf den Heiligen Rasen fallen, jubelte dem angereisten Staatspräsidenten Boris Tadic in der Royal Box zu und verschenkte drei Schläger an Fans im Publikum. Höhepunkt seiner Jubelorgie war der Moment, als sich Djokovic etwas von den heiligen Halmen in den Mund schob und genüsslich darauf kaute. „Das ist eine Wachablösung in den Grand-Slam-Endspielen“, kommentierte Boris Becker.

48:1 Erfolge - diese unfassbare Bilanz steht für Djokovic nach der Hälfte der Saison zu Buche. Nadal musste nach einer der bittersten Pleiten seiner Karriere dagegen einsehen, dass eine neue Ära begonnen hat. „Glückwunsch an Novak für den Sieg und seine fantastische Saison. Er war heute der bessere Spieler“, sagte der geschlagene Nadal. „Ich kann mir vorstellen, wie sich Novak heute fühlt.“

Einen Tag zuvor hatte sich die Tschechin Petra Kvitova mit ihrem überraschend klaren 6:3, 6:4-Finalsieg über die Russin Maria Scharapowa ihren Kindheitstraum erfüllt. Als die neue Wimbledon-Queen überglücklich zu Boden sank, stand ihr Idol Martina Navratilova jubelnd in der Royal Box. „Ich denke, das ist der Beginn einer großen Karriere“, sagte Navratilova. „Ein Star ist geboren.“

Vor dem Traumfinale zwischen Nadal und Djokovic hatte Boris Becker die Bedeutung der Partie auf den Punkt gebracht: „Diese Schlacht wird festlegen, wer 2011 der Boss ist.“ Und der serbische Seriensieger ließ nach einer kurzen Phase des Abtastens keine Zweifel aufkommen, wessen Stunde im Welttennis geschlagen hat. Djokovic hatte seinen Fans einen „D-Day“ versprochen - und der neue Weltranglisten-Erste behielt Recht.

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