Erfolgsstory soll in Hochfilzen fortgeschrieben werden
Biathlon: Glagow geht bei WM nicht an den Start

Als eine der letzten Mannschaften sind die deutschen Biathleten am Mittwoch mit breiter Brust, aber ohne den Favoriten-Rucksack zu den am Samstag beginnenden 40. Weltmeisterschaften im österreichische Hochfilzen angereist. "Wir haben die Strecken Ende Januar ausreichend getestet", begründete Herren-Bundestrainer Frank Ullrich die späte Anfahrt.

HB HOCHFILZEN. Statt im hektischen Tiroler WM-Ort nutzten er und Frauen-Chef Uwe Müßiggang das angenehme Ambiente im komfortablen Hotel Schneeberg in Ridnaun/Südtirol, um der Mannschaft den letzten Schliff zu verpassen. Allerdings wird bei den Titelkämpfen Martina Glagow (Mittenwald) fehlen. Die von einem grippalen Infekt geplagte Verfolgungs- Weltmeisterin von 2003 hat am Mittwoch ihren Start abgesagt.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hofft darauf, dass die Skijäger ihre Erfolgsstory fortschreiben. Seit 1987 haben sie bei allen Weltmeisterschaften zumindest einen Sieg erkämpft und in der WM-Geschichte insgesamt 47 Mal Gold gewonnen. Der Jubiläums-Titel könnte dort greifbar sein, wo 1978 die Neuzeit des Biathlonsports mit der Premieren-WM mit Kleinkalibergewehren begann und Bundestrainer Frank Ullrich den ersten seiner neun Titel gewann.

"Dann müsste aber alles perfekt laufen. Vier Medaillen sind unser Anspruch - je eine in einer Einzeldisziplin und mit der Staffel bei den Frauen und Männern", hat der Technische Leiter Biathlon im DSV und Technische Delegierte der WM, Norbert Baier, die Zielstellung vorgegeben. "Ich hoffe, dass die Woche in Ridnaun genau den richtigen Kick gegeben hat. Das Training hat gut funktioniert. Wir werden es schon hinkriegen", blickte Ricco Groß (Ruhpolding) den Wettkämpfen entgegen.

Seit 1991 war der 34-jährige Team-Routinier bei allen Weltmeisterschaften am Start und gewann dabei neun Titel. Beste Platzierung des Wahl-Bayern, dem in diesem Winter noch ein Sieg fehlt, war der dritte Platz beim Weltcup in Antholz. "Für Hochfilzen habe ich also noch einiges offen", witzelte er. Groß war im Vorjahr bei der WM in Oberhof der einzige, der mit dem Sieg in der Verfolgung die Serie des damals überragenden Franzosen Raphael Poiree durchbrechen konnte. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil am Staffelgold der deutschen Männer.

Obwohl Poiree im Glanz des Gelben Trikots als Weltcup- Spitzenreiter in die auch zum Weltcup zählenden fünf Entscheidungen startet, ist er nicht der große Favorit. Als der gilt der laufstarke und beim Schießen enorm verbesserte Norweger Ole Einar Björndalen, der die letzten sechs Weltcuprennen, bei denen er startete, auch gewann. Bei den Frauen schaffte die Französin Sandrine Bailly zuletzt drei Siege hintereinander.

Dass die norwegischen Skilangläufer bei der WM in Oberstdorf so überzeugend auftrumpften, könnte auch ein Hinweis für ihre mögliche Stärke im exakt 1 000 m hoch gelegenen Hochfilzen sein. Offensichtlich haben die Skandinavier bei der Höhenvorbereitung diesmal alles richtig gemacht. Zudem können sie auf ein vielköpfiges und erfolgreiches Techniker-Team zurück greifen.

Doch auch die deutschen Wachser haben ihre WM-Mannschaft um zwei auf sechs Spezialisten aufgestockt. "Gutes Material ist eine Voraussetzung, um erfolgreich sein zu können", weiß Uwe Müßiggang. Er baut auf die Laufstärke seiner Asse Katrin Apel, Uschi Disl und Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm. "Wir wollen stets eine aufs Stockerl bringen. Das klappt nicht immer, zumal nicht bei einer WM. Doch das Vermögen dazu besitzen wir", sagte Müßiggang.

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