Ergolgreichste deutsche Olympionikin greift nach Gold
Pechstein hochmotiviert nach Turin

Die erfolgreichste deutsche Wintersport-Olympionikin hat sich für Turin einiges vorgenommen und will ihre gute Form auch bei den XX. olympischen Winterspielen unter Beweis stellen. Mit einem Erfolg bei den Spielen würde sie ihre fünfte olympische Goldmedaille mit nach Hause nehmen.

HB HAMAR. Erst genoss sie auf der Ehrenrunde mit dem deutschen Fähnchen das Bad in der Menge, dann folgte schon die nächste Trainingseinheit auf dem Fahrrad: Erst am späten Abend gönnte sich die Berlinerin in Hamar dann das verdiente Gläschen Sekt. Ausgelassen wie selten hatte sie zuvor mit den härtesten Rivalinnen aus den Niederlanden gescherzt und ihren Emotionen freien Lauf gelassen. "Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Jetzt kann ich mit viel Schwung die noch härteren Aufgaben in Turin angehen", meinte sie lächelnd. "Das war cool, wa?", fragte sie ihren Ehemann Markus, der als erster Gratulant per Handy fast zehn Mal Anlauf nehmen musste, um seiner Frau am Abend endlich seine Anerkennung aussprechen zu können.

In den zurückliegenden Jahren hatte ihr fast immer die diesmal verletzte Anni Friesinger den Weg zum Titel verbaut. Erleichtert, als sei aller Druck abgefallen, freute sich die 33 Jahre alte Berlinerin über ihren insgesamt erst dritten großen Mehrkampf-Erfolg nach dem WM-Gold 2000 und dem EM-Titel 1998. "Ja, acht Jahre ist das nun schon her. Und dann laufe ich hier eine Bestzeit über 500 Meter. Offenbar habe ich das Sprinten erst im Alter gelernt", meinte sie.

Tatsächlich war die einstige Schwachstelle über 500 Meter neben der großen Ausgeglichenheit diesmal ihr Erfolgsgarant. Seit dem ersten EM-Gold von Friesinger im Jahr 2000 hatte keine Europameisterin den Titel mehr ohne auch nur einen Streckensieg geholt. "Ich sehe darin kein Manko. Hier galt es nur, den Titel zu holen. Alles andere war nicht wichtig", urteilte Erfolgstrainer Joachim Franke, der sie seit nunmehr 15 Jahren unter seinen Fittichen hat. "Sie hat jetzt Selbstbewusstsein getankt, das war nicht unwichtig. Was wir bis Turin noch zu tun haben, wissen wir genau", sagte der 65-Jährige, der es sich nicht nehmen ließ, auf der Ehrenrunde das Basecap vor seinem Schützling zu ziehen.

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