Fechten National
"Gold-Heidi" wird 70

Die Fechtolympiasiegerin von 1960, Heidi Schmid, feiert am heutigen Freitag ihren 70. Geburtstag. Für ihren Goldmedaillengewinn mit dem Florett in Rom wurde sie vielfach bejubelt.

Sie war vielleicht die am meisten bejubelte Fechterin aller Zeiten: Als Heidi Schmid nach ihrem Olympiasieg mit dem Florett 1960 in Rom in ihre Heimatstadt Augsburg zurückkehrte, säumten rund 120 000 Menschen die Straßen. Niemals zuvor und niemals danach wurde ein Goldmedaillengewinn bei Olympia so euphorisch gefeiert. Heute begeht die "Gold-Heidi" nun ihren 70. Geburtstag. Diesmal ganz im Stillen, im engsten Familienkreis.

"Was damals passiert ist, habe ich lange nicht begreifen können. Das war völlig überraschend", erinnert sich die deutsche Sportlerin des Jahres 1961 im Gespräch mit dem sid an den sensationellen Empfang. Ihre Mutter habe ihr vor der Rückreise im Zug noch geraten, sich was Hübsches anzuziehen, da es sein könne, "dass Leute auf dich warten". Allein 23 000 Menschen kamen danach zum Empfang ins Augsburger Rosenaustadion.

"Wie im Film"

Als 21 Jahre alte Studentin hatte Heidi Schmid, die später ihren Lehrerkollegen Hans Grundmann heiratete, am 1. September 1960 im Finale von Rom gegen die Rumänin Maria Vicol im Palazzo dei Congressi 4:3 gewonnen. Ein Tag, der ihr Leben veränderte.

"Wie im Film" sei ihr sowohl das Gefecht als auch später der Empfang in Augsburg vorgekommen, sagt die dreimalige Olympia-Teilnehmerin, die 1938 als Adelheid Schmid im österreichischen Klagenfurt zur Welt gekommen war.

1964 in Tokio schaffte sie erneut den Sprung auf das olympische Treppchen. Gemeinsam mit Gudrun Theuerkauff, Rosemarie Scherberger und Helga Mees gewann sie im Florett-Team Bronze. Weitere große Erfolge Schmids waren 1961 der Weltmeister-Titel im Einzel, zweimal wurde sie zudem Mannschafts-Vizeweltmeisterin, siebenmal deutsche Meisterin.

Rückkehr an den Ort des Triumphes

Heute lebt die zweifache Mutter, die nach Ende ihrer Karriere als Musiklehrerin arbeitete, mit ihrem Mann in Augsburg. Der hatte ihr bereits vor dem runden Geburtstag ein besonderes Geschenk gemacht: eine Reise an den Ort ihres größten Triumphes, nach Rom. Der Geburtstag soll nun in aller Stille am beschaulichen Kochelsee gefeiert werden.

Die besten Glückwünsche zu ihrem Ehrentag kommen auch von ihrem Verein, dem TSV 1 847 Schwaben Augsburg. "Wir erinnern uns gerne an Ihre Erfolge. Sie ist ein Aushängeschild des Vereins und wird es immer bleiben", gratuliert Vorstand Mike Lindner. Bereits 1995 hatte der Klub Heidi Schmid die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

© SID

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