Fechten WM
Müller will Revanche auf der WM-Bühne nehmen

Bei der heute beginnenden Weltmeisterschaft in Turin will Anja Müller eine offene Rechnung mit Florett-Ikone Valentina Vezzali begleichen. Youngster Nicolas Limbach hofft auf eine Medaille im Säbelfechten.

Anja Müller will nur eins: Revanche nehmen für die Final-Niederlage vor einem Jahr in Leipzig. Die Vize-Weltmeisterin ist heiß auf das Duell gegen Valentina Vezzali bei der Weltmeisterschaft in Turin. Ausgerechnet in der Heimat der italienischen Florett-Ikone will die Deutsche ab heute groß auftrumpfen. "Ich weiß, dass ich den Italienerinnen jetzt schon Kopfschmerzen bereite und werde versuchen, das Ergebnis vom vergangenen Jahr in Leipzig rumzudrehen. In Italien Weltmeisterin zu werden, das wäre großartig", sagte die 29-Jährige vor der ersten Entscheidung der 80. Weltmeisterschaften.

Vor zwölf Monaten unterlag die gebürtige Potsdamerin in einem nervenaufreibenden Finale der Weltmeisterin und Olympiasiegerin Vezzali erst im "sudden death" 10:11. Nun will Müller im Oval Lingotto, der olympischen Eischnelllauf-Halle, vor mindestens 3 000 fechtverrückten Italienern den Spieß umdrehen und für einen goldenen Auftakt der Equipe des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) sorgen: "Das wäre natürlich genial."

Müller: "Es kann losgehen"

In der abgelaufenen Weltcup-Saison fehlten der Blondine nur acht Punkte, um der mittlerweile 32 Jahre alten Vezzali die Spitzenposition in der Weltrangliste streitig zu machen. Nach der gelungenen Vorbereitung in Rumänien unter Bundestrainer Ingo Weißenborn geht Müller, die in diesem Jahr die Weltcups in Danzig und Seoul gewann, selbstbewusst in ihre dritte WM: "Auch körperlich fühle ich mich topfit. Es kann losgehen", meinte Müller.

An der Bahn wird Müller wie gewohnt lautstark von ihrem Freund Lars Schache unterstützt. Der Florett-Mannschaftsweltmeister von 2002 in Lissabon ist seit Jahren Müllers große Stütze. Beruhigend wirkte für das Florett-Ass vom Fechtclub Tauberbischofsheim zudem, dass die Gastgeber entgegen erster Befürchtungen keine Probleme beim Akkreditieren und bei der Abnahme der Waffen machten. "Es verlief alles überraschend reibungslos", sagte Müller.

Nachwuchshoffnung Limbach schielt auf Medaille

Reibungslos verlief auch die Vorbereitung der deutschen Säbelfechter unter Bundestrainer Joachim Rieg. Beste Chancen auf eine Medaille hat bei seiner zweiten WM-Teilnahme der erst 20 Jahre alte Nicolas Limbach aus Dormagen. Der Weltranglistensechste gewann wie Müller in dieser Saison zwei Weltcups und katapultierte sich damit in die Weltelite der Säbelfechter. "Ich fühle mich gut und hoffe, etwas reißen zu können", meinte Limbach.

© SID

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