Final-Four-Turnier
Handballer hoffen auf den Megadeal

Die Vermarktung des Handballs bekommt neuen Schub: „Ein Top-Level-Event“ werde das neue Final-Four-Turnier in der Champions League, verkündete Michael Wiederer, Generalsekretär der Europäischen Handball-Föderation. Im Kölner Maritim-Hotel präsentierte der Verband zu Wochenbeginn die Eckdaten der Neuausrichtung des Wettbewerbs. Doch nicht alle Beteiligten sind euphorisch.

KÖLN. Köln ist als Austragungsort des Final-Four-Turniers für drei Jahre festgelegt. Die Stadt sei „nicht zu übertreffen“, sagte Wiederer. Schon 2007 war die Arena in Köln eine Handball-Hochburg, als Deutschland im WM-Finale vor 20 000 Fans Polen bezwang.

Köln darf sich freuen, doch nicht alle sind euphorisch über die Form des neuen Turniers, das am 29. und 30. Mai 2010 stattfinden wird. Gerade die Klubs haben Bedenken. „Es gibt keinen deutschen Verein, der mit der Entscheidung, ein Final-Four-Turnier zu installieren, einverstanden ist“, sagt Uli Derad, Geschäftsführer des THW Kiel. Die aktuellen Teilnehmer Kiel, der HSV Hamburg und auch die Rhein-Neckar Löwen verlieren mit den Halbfinal- und Finalspielen garantierte Zuschauereinnahmen. Im Falle Kiels sorgte dies zuletzt für Einnahmen in Höhe von mehr als 600 000 Euro.

Die größten Befürchtungen der Kieler jedoch, die Tickets für die Vorrundenspiele nicht mehr verkaufen zu können, sind nicht eingetroffen: In Kiel waren 8 000 der 10 000 Karten für die Hauptrunde innerhalb eines Tages ausverkauft. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Derad. Bislang trugen die Klubs das Finale mit Hin- und Rückspiel aus. „Ein Dialog zwischen Vereinen, Verband, Medienexperten und Marketingpartnern“ sei der Modusänderung vorausgegangen, sagt Wiederer.

Die besten deutschen Klubs sehen das anders. Sie werden durch das Final-Four-Turnier weniger erlösen als bislang. 150 000 Euro Startprämie erhält jeder Teilnehmer, der Sieger bekommt insgesamt 350 000 Euro. Auch die Prämie, die ein Klub maximal erhalten kann, ist von 555 000 Euro auf 495 000 Euro gesunken. „Wir werden rund drei Millionen Euro einnehmen, von denen wir eine Million an die Final-Four-Teilnehmer ausschütten“, sagt Wiederer. Sollte die Vermarktung besser laufen als geplant, seien auch höhere Prämien nicht ausgeschlossen.

„Das Turnier wird ein weiterer Schritt für unsere Erfolgsgeschichte“, glaubt Peter Vargo, der Geschäftsführer von EHF Marketing. Diese Marketing-Tochter der EHF wird das Event erstmals in Eigenregie vermarkten. Im Sommer war die lange Partnerschaft mit Sportfive beendet worden. „Wir können das selbst, weil wir mittlerweile gut international vernetzt sind“, sagte Vargo. „Die ersten beiden Sponsoren sind schon unsere Deals gewesen.“ Dabei handelt es sich um den Internet-Wettanbieter Bet-at-home und das dänische Modelabel Jack & Jones. „Der Markt ist wegen der aktuellen Lage nicht leicht“, räumt Vargo ein.

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