Fußball Bundesliga
Tendenz geht zu Diegos Olympia-Teilnahme

Im Fall der Olympia-Freigabe für Diego scheint Bundesligist Werder Bremen nachzugeben. Werder-Manager Klaus Allofs indes kritisiert die "fahrlässige" Haltung der Fifa.

Im Fall der Olympia-Freigabe für Starspieler Diego vom Bundesligisten Werder Bremen naht eine Entscheidung. Das brasilianische Internetportal UOL vermeldete am Freitagabend, dass der Mittelfeld-Regisseur der Hanseaten mit dem nationalen Verband CBF bereits alle Anreisedetails geregelt habe und am Montag von Paris aus mit der Olympia-Auswahl seines Landes Richtung China aufbrechen werde.

Auf seiner offiziellen Homepage verkündet Diego jedoch, dass erst am Montag das abschließende Gespräch über seine Olympia-Teilnahme mit der Vereinsführung im Beisein seines Vaters Djair Cunha stattfinde. Cunha hatte jüngst angemahnt, dass Bremen bei der Vertragsunterzeichnung 2006 Diego die Olympia-Freigabe mündlich zugesichert habe. Werders Mediendirektor Tino Polster erklärte am Samstag, es gebe "keine neue Entwicklung".

Werder-Sportdirektor Klaus Allofs hatte zuletzt deutlich gemacht, zum Bundesliga-Start nicht auf seinen Star verzichten zu wollen, räumte aber im Falle einer verbindlichen Vorgabe des Weltverbandes Fifa ein: "Wenn sich die Sachlage in so eine Richtung verändern würde, wäre es eine neue Situation, die wir akzeptieren würden."

Allofs: "Wie die Fifa handelt ist fahrlässig und völlig unzureichend"

Allofs wirft dem Fußball-Weltverband Fifa Versäumnisse bei der Regelung der Abstellungen für die Olympischen Spiele in Peking vor. "Wie die Fifa handelt, ist fahrlässig und völlig unzureichend", sagte der Sportdirektor von Werder Bremen dem sid: "Die Fifa ist unser Verband, sie ist da, um die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten."

Dies tue die Fifa in keineswegs ausreichendem Maße. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden damit, wie die Sache gehandhabt wird." Es gebe nach Olympia deswegen sicherlich Gesprächsbedarf zwischen Klubs und dem Verband: "Das wird aufgearbeitet werden, konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht."

Allofs reagierte auf die anhaltende Diskussion, ob Vereine Spieler unter 23 Jahren für das Turnier abstellen müssen. Die Fifa pocht in schwammigen Formulierungen auf ein Gewohnheitsrecht, dies jedoch sei "juristisch nicht haltbar", so Allofs. Er stehe "in engem Kontakt mit dem DFB und der DFL, und der DFB sage "immer noch, dass es eine solche Bestimmung gar nicht gibt".

IOC-Präsident Jacques Rogge hatte den vereinen gedroht, die betroffenen Spieler zu sperren, sollten sie nicht die Freigabe für Peking erteilt bekommen. "Das IOC wird ja keine Sperre aussprechen können", sagte Allofs dazu. Insgesamt aber sei die Situation "sehr unbefriedigend".

© SID

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