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Griechen weiter auf Kurs - Türkei droht WM-K.o.

Otto Rehhagels Griechen haben ihre Chancen auf ein WM-Ticket weiter verbessert, doch glücklich war der Erfolgstrainer mit der Nullnummer seiner Europameister am Bosporus nicht.

dpa HAMBURG. Otto Rehhagels Griechen haben ihre Chancen auf ein WM-Ticket weiter verbessert, doch glücklich war der Erfolgstrainer mit der Nullnummer seiner Europameister am Bosporus nicht.

Während die griechische Presse ihre Mannschaft als "unbesiegbar" feierte, mäkelte der mit dem Sport-Oscar Laureus ausgezeichnete Coach am 0:0 im Prestigeduell gegen die Türkei in Istanbul herum: "Ich bin nicht zufrieden, weil wir uns nicht so durchsetzen konnten, wie ich mir das vorgestellt habe. Hätten wir klüger gespielt, hätten wir gewinnen können." Mit dem fünften ungeschlagenen Spiel in Folge festigten die Hellenen den zur Relegation berechtigenden zweiten Platz in der Gruppe 2, hielten die Türkei auf Distanz und fordern nun am Mittwoch den Spitzenreiter heraus.

"Ukraine, jetzt bist du dran", titelte "Sportime" voller Vorfreude. "Da müssen wir gewinnen. Sonst hat das Unentschieden in der Türkei keinen Wert", redete Torjäger Angelos Charisteas seinen Teamkollegen ins Gewissen. Das Team um Europas Fußballer des Jahres Andrej Schewtschenko baute seinen Vorsprung durch das 2:0 gegen Kasachstan immerhin auf komfortable fünf Punkte aus. Dagegen droht der Türkei beim WM-Turnier die Zuschauerrolle - und das ausgerechnet in Deutschland, wo mehr als 2,5 Mill. Türken leben.

Die Fans hatten das Inönü-Stadion in ein rotes Fahnenmeer verwandelt und ihre Mannschaft mit frenetischen Gesängen begrüßt. Doch die Angreifer des WM-Dritten bissen sich an Rehhagels Defensivtaktik die Zähne aus. Bei einem Lattenschuss von Stylianos Giannakopoulos (55.) lag sogar der griechische Siegtreffer in der Luft. Wie tief der Frust bei den Gastgebern saß, machte die Rote Karte für den Berliner Yildiray Bastürk deutlich, den der souveräne Bundesliga-Schiedsrichter Markus Merk kurz vor Schluss wegen Reklamierens in die Kabine schickte. Aufgebrachte türkische Fans forderten in Sprechchören den Rücktritt von Trainer Ersun Yanal.

Mit dem 8:1-Schützenfest gegen Andorra in Liberec unterstrich Tschechien seine Anwartschaft auf die WM-Teilnahme. Dabei sicherte sich Jan Koller einen Eintrag im Fußball-Geschichtsbuch seines Landes. Der Treffer zum 2:0 in der 29. Minute war das 35. Länderspiel-Tor des Dortmunders in seinem 62. internationalen Einsatz. Damit überbot der kahlköpfige Stürmer den 67 Jahre alten tschechischen Torrekord von Antonin Puc (34 Tore). Da sich die Niederlande beim 2:0 gegen Rumänien ebenfalls keine Blöße gaben, liegen die Tschechen in der Gruppe 1 aber weiter einen Punkt zurück.

Spanien kam gegen Litauen mit einem blauen Auge davon. Vor 35 000 Zuschauern im Mestalla-Stadion von Valencia waren das 1:0-Siegtor von "Joker" Albert Luque (68.) und der Fortbestand der Serie von Iker Casillas das einzig Positive in einem einseitigen Spiel. Der Keeper von Real Madrid ist im Nationaltrikot nun seit 646 Minuten ohne Gegentor und überbot damit die bisherige Bestmarke von Andoni Zubizarreta. An Tabellenführer Serbien-Montenegro (0:0 gegen Belgien) kamen die Iberer allerdings nicht vorbei. Tore der Bundesliga-Profis Hasan Salihamidzic (2) und Sergej Barbarez verhalfen Bosnien- Herzegowina beim 3:1 in San Marino zum ersten Sieg in der Gruppe 7.

Portugal versetzte den WM-Ambitionen der aufstrebenden Slowaken einen Dämpfer und setzte sich durch den 2:0-Sieg in der Gruppe drei erstmals vom Gegner ab. Während der Stuttgarter Fernando Meira für die Südeuropäer ins Schwarze traf, ging Bundesliga-Torschützenkönig Marek Mintal leer aus. Mit dem 0:0 in Norwegen verpasste Italien die Chance, sich in Gruppe fünf von der Konkurrenz abzusetzen.

Mit Auswärtssiegen machten Kroatien, die Schweiz und Polen auf dem Weg zur WM-Teilnahme Boden gut. Die Kroaten gewannen bei Verfolger Bulgarien sicher mit 3:1 und untermauerten ihre Spitzenposition in der Gruppe acht vor Schweden, das Fußball-Zwerg Malta 6:0 besiegte. Die Schweiz erzielte mit dem hart erkämpften 3:1 auf den Färöer-Inseln einen Pflichtsieg, der die Eidgenossen in der Gruppe vier auf Platz eins führte. In Gruppe sechs verdrängte Polen die spielfreien Engländer dank des 3:0 in Aserbaidschan von der Spitzenposition.

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