Handball Bundesliga
Medienberichte: Kiel feuert Schwenker

Der THW Kiel wird sich am Dienstag zum Manipulationsskandal und zur Zukunft von Uwe Schwenker äußern. Laut Medienberichten ist der Manager bereits entlassen worden.

Handball-Rekordmeister THW Kiel hat offenbar Konsequenzen aus dem Manipulationsskandal gezogen und sich von Manager Uwe Schwenker getrennt. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wird der Klub die Beurlaubung von Schwenker am Dienstag (11.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Gesellschafter-Sprecher Georg Wegner und Beiratsvorsitzender Ulrich Rüther "werden in Zusammenhang mit den angeblichen Manipulationsversuchen durch Schiedsrichterbestechungen entsprechende Erklärungen abgeben", hieß es in einer THW-Mitteilung vom Montagabend. Schwenker war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, bisher hatte er alle Vorwürfe dementiert.

Er musste zuvor den Gesellschaftern und dem Beirat Antworten auf offene Fragen aus dem rund 1 000 Seiten umfassenden Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft liefern. Schwenker wollte beziehungsweise konnte die erhofften Anworten aber nicht erteilen - auf Anraten seiner Anwälte, wie er seinen Gesprächspartnern verkündete. Den Bericht hatte die Staatsanwaltschaft, die gegen Schwenker wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, den THW-Anwälten zukommen lassen.

Neue Zeugen erhöhen Druck auf Kiel

Der THW steht unter Verdacht, mehrere Spiele in der Champions League manipuliert zu haben. Auch vor dem Finalsieg gegen die SG Flensburg-Handewitt 2007 sollen die Schiedsrichter bestochen worden sein.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Druck auf Schwenker, der seit 1993 das Amt inne hatte, noch einmal erhöht. So berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel von neuen Zeugen, die ihn in der Affäre schwer belasten. Nach deren Aussagen gegenüber der Kieler Staatsanwaltschaft soll Schwenker bei einer Party von Andreas Rudolph, Präsident des HSV Hamburg, am 30. Juli 2007 auf Mallorca Gästen gegenüber gesagt haben, dass der THW insgesamt 120 000 Euro gezahlt habe, um auf dem Weg zum Champions-League-Sieg Schiedsrichter zu bestechen.

Bislang soll die Staatsanwaltschaft auf Zahlungen von insgesamt 92 000 - gestückelt in eine über 56 000 und eine zweite über 36 000 Euro - an den Kroaten und Nenad Volarevic, Freund des ebenfalls in die Ermittlungen involvierten ehemaligen THW-Trainers Noka Serdarusic, gestoßen sein.

Andreas Rudolph selbst hatte am vergangenen Montag Schwenker schwer belastet. Auch dabei ging es um ein Zusammensein nach dem Champions-League-Sieg der Kieler vor zwei Jahren. "Im Juli 2007 habe ich mit Schwenker in meinem Haus auf Mallorca zusammengesessen. Dort hat mir Schwenker gesagt: Andreas, ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass man die Champions League nur mit Schiedsrichter-Bestechung gewinnt", sagte Rudolph.

© SID

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