Handball Bundesliga
THW Kiel mit Kantersieg gegen Tusem Essen

In einem ungleichen Duell hat Rekordmeister THW Kiel Zwangsabsteiger Tusem Essen mit 43:23 auseinandergenommen. Der SC Magdeburg bleibt dank dem 27:22 gegen HSG Wetzlar Dritter.

Der Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft wird immer mehr zum Schaulaufen für Rekordtitelträger THW Kiel. Während sich der Tabellenführer im ungleichen Duell mit Zwangsabsteiger und Schlusslicht Tusem Essen mit einem 43:23 (20: 11)-Kantersieg zum 14. Erfolg nacheinander zauberte, leistete sich die Konkurrenz schon wieder den nächsten Patzer.

Die SG Flensburg-Handewitt unterlag nach einem Krimi bei der HSG Nordhorn 30:31 (14:16) und hat den Nordrivalen (29:1) mit 21:9 Punkten endgültig aus den Augen verloren. Peter Kukucka erzielte 30 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer für die Nordhorner, die zuvor funfmal nacheinander ohne Punktgewinn geblieben waren, mit 15:13 Punkten aber weiter im Mittelfeld feststecken.

Der HSV Hamburg feierte unterdessen dank 21 Paraden von Nationaltorhüter Johannes Bitter beim hart erkämpften 32:30 (13:16) gegen MT Melsungen den achten Sieg in Folge und schloss nach Punkten schon zu Flensburg auf.

Flensburg verliert Krimi bei der HSG Nordhorn

Groß war der Frust daher bei der SG. "Wir halten die Chance auf den Sieg in Händen und lassen sie wieder los. Wir sind nicht am Gegner gescheitert, sondern wieder mal an uns selbst. Wer solche Fehler macht, ist keine Spitzenmannschaft", sagte Flensburgs Manager Fynn Holpert. Etwas Anschluss an den THW hält nur noch der TBV Lemgo (27:5), der sich im Ostwestfalenderby gegen GWD Minden mühevoll mit 24:21 (16:13) durchsetzte. Dritter bleibt der SC Magdeburg (25:7) durch ein 27:22 (14:8) gegen die HSG Wetzlar.

Die 10 250 Zuschauer in Kiel konnten sich dagegen sogar langen und aufmunternden Applaus für die Spieler des insolventen Tusem leisten. Aufgrund des fortschreitenden Ausverkaufs von Leistungsträgern war der dreimalige deutsche Meister mit gleich vier Landesliga-Spielern angereist. "Es ist traurig, einen Traditionsverein wie Tusem Essen in solch einem Zustand sehen zu müssen", sagte THW-Coach Alfred Gislason, in den 80ern selbst als Spieler mit Tusem zweimal deutscher Meister. Angeführt von Kim Andersson (7 Tore) zeigte sein Team am Samstagabend phasenweise Zauberhandball und machte die Partie somit wenigstens noch für die Fans interessant.

Rekordmeister jagt eigenen Rekord

Der 15. Titel dürfte dem Rekordmeister ohnehin schon fast nicht mehr zu nehmen sein. Seit 34 Spielen und damit quasi eine ganze Saison sind die Kieler nun ungeschlagen und jagen mit dem 14. Sieg nacheinander ihren eigenen Rekord aus der Spielzeit 2005/2 006, als es zu insgesamt 31 Erfolgen reichte. Das gleiche Kunststück war 2002/2 003 auch dem TBV Lemgo gelungen.

Einen Pflichtsieg verbuchten am 16. Spieltag die Rhein-Neckar Löwen durch das 35:23 (14:12) bei Aufsteiger TSV Dormagen (8:24). Der VfL Gummersbach kam bei den Füchsen Berlin zu einem 27:27 (16: 13).

Deutlich unter die Räder kam der Tabellenvorletzte Stralsunder HV. Beim TV Großwallstadt unterlagen die finanziell schwer angeschlagenen Stralsunder deutlich mit 22:38 (11:16) und haben nun vier Punkte Rückstand auf Dormagen auf dem 16. Relegationsplatz.

© SID

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