Handball Nationalmannschaft
Deutschland überzeugt bei Olympia-Generalprobe

Zwei Wochen vor Olympia-Beginn haben die deutschen Handballer bei ihrer Generalprobe gegen Russland überzeugt. Nach dem 32:25-Sieg vom Samstag siegte Deutschland am Sonntag 32:27.

Deutschlands Handballer scheinen bereits in olympischer Medaillenform zu sein. Am Samstag gewann das Team von Bundestrainer Heiner Brand 32:25 (19:12) gegen Russland, am Sonntag legte Deutschland in der Generalprobe gegen den Rekord-Olympiasieger ein 32:27 (17:14) in Halle nach. 17 587 Zuschauer in Köln und 9 480 in der westfälischen Provinz schickten ihre Helden euphorisch auf die "Mission Medaille".

"Die Leistungssteigerung war so erwartet und eingeplant, denn zuletzt haben wir die Belastung im Training reduziert", meinte Bundestrainer Heiner Brand, mochte die Erfolge aber nicht überbewerten. Aber der eingeschlagene Weg könne "nicht ganz falsch" sein, so Brand. Auch die deutschen Frauen sind vor ihrem Olympia-Auftakt am 9. August gegen Brasilien im Soll. Vor der inoffiziellen Weltrekord-Kulisse für ein Frauen-Handballspiel von 14 300 in Köln zeigten sie beim 30:19 gegen Angola einige schöne Kombinationen. Den Abschluss der Vorbereitung in Deutschland bildet die zweite Partie gegen Angola nach dem Spiel der Männer am Sonntag.

Für Heiner Brand, der am Samstag seinen 56. Geburtstag feierte, und sein Team gab allein die Rückkehr nach Köln, wo sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im Februar 2007 die WM-Krone aufgesetzt hatte, einen Schub. "Da kamen einige Erinnerungen hoch, aber wir schauen vor allem in die Zukunft", sagte Brand. Richtig ernst wird es nach der zweimonatigen Vorbereitung am 10. August zum Olympia-Auftakt gegen Südkorea.

Deutsches Team hinten wie vorne stark

Hoffnung machten vor dem Abflug ins abschließende Trainingslager in die Küstenstadt Zhuhai am Donnerstag vor allem die starke und sehr bewegliche Deckung um Abwehrchef Oliver Roggisch sowie die Spielfreude und das Durchsetzungsvermögen im Angriff. Oliver Köhrmann war auf der Mittelposition überzeugender Spielgestalter. Gemeinsam mit Michael Kraus ersetzt er den jahrelangen Regisseur Markus Baur immer besser, wobei der starke Lemgoer Kraus seine besten Szenen am Wochenende noch im linken Rückraum hatte.

Auch auf die Torhüter war Verlass. Johannes Bitter setzte mit einigen Klasseparaden am Sonntag die gute Arbeit von Henning Fritz am Vortag nahtlos fort. Der "alte Fritz" warnte aber wie alle seine Kollegen vor Euphorie: "In China erwartet uns dann ein neutrales Publikum oder vielleicht sind die Zuschauer sogar gegen uns."

An diesem Wochenende trieben die WM-erprobten Fans ihre Lieblinge aber noch einmal nach vorn. Nachdem in Köln vor allem Kraus (9 Tore) und der weiter verbesserte Lars Kaufmann (7) als Torschützen überzeugten, war in Halle erneut Kraus (9) überragender deutscher Werfer. Russland ist in der Gruppe B auch olympischer Vorrundengegner Deutschlands.

Brand sorgt sich um Hens und Jansen

Die größten Sorgen bereiteten Heiner Brand am Wochenenden zwei Spieler, die gar nicht dabei waren: Wie schon am vergangenen Wochenende in den Partien gegen Schweden fehlte Pascal Hens wegen einer Bauchmuskelzerrung. Hinzu kam diesmal der Ausfall von Linksaußen Torsten Jansen, der unter einer hartnäckigen Verhärtung in der linken Wade leidet. "Ich gehe aber nicht davon aus, dass sie in Peking ausfallen werden", so Brand.

© SID

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