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Heim-WM wird für deutsche Fechter zum Debakel

Mit einer weiteren Blamage endeten für den Deutschen Fechter-Bund (Defb) die Einzelwettbewerbe bei den Weltmeisterschaften in Leipzig. Die Florett-Fechter blieben allesamt weit hinter den Erwartungen zurück.

Bei den Weltmeisterschaften in Leipzig muss der Deutsche Fechter-Bund (Defb) ein Debakel nach dem anderen hinnehmen. Am Dienstag haben sich die Florett-Fechter bis auf die Knochen blamiert und damit nahtlos an die Pleite der Degendamen vom Montag angeknüpft.

Weltmeister Peter Joppich (Koblenz) und Mitfavorit Ralf Bißdorf (Heidenheim) verabschiedeten sich nach peinlichen Niederlagen bereits in der zweiten Runde, Dominik Behr (Tauberbischofsheim) und Junioren-Weltmeister Benjamin Kleibrink (Bonn) blieben mit dem verpassten Einzug ins Viertelfinale ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurück.

Auch Säbeldamen bleiben chancenlos

Erwartungsgemäß nichts zu holen gab es auch für die Säbeldamen. Damit bleibt zur Halbzeit der Heim-WM die Silbermedaille von Florett-Ass Anja Müller (Tauberbischofsheim) das einzige Erfolgserlebnis im Einzel. "Der Frust ist natürlich groß. Es hat sich aber wieder gezeigt, wie eng es in der Weltspitze zugeht und wie hoch die Trauben hängen. Im Einzelfall können wir aber nicht zufrieden sein", sagte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka dem Sport-Informations-Dienst (sid) und kritisierte indirekt die Auftritte von Joppich und Bißdorf."

Drei Medaillen oder weniger wären eine Katastrophe", hatte Dfeb-Delegationsleiter Wilfried Wolfgarten vor WM-Beginn großspurig formuliert und insgeheim sogar von sechs Medaillen geträumt. Ein Fiasko bei Olympia in Athen, wo die deutschen Fechter nur eine Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen konnten, zeichnet sich vor Beginn der Mannschaftswettbewerbe am Donnerstag auch in Leipzig ab.

Völlig niedergeschlagen war insbesondere Joppich, der nach wenigen Minuten seines Gefechts gegen den Engländer James Beevers mit 0:8 zurücklag und am Ende mit 10:15 unterging. Auch Joppich hielt dem Druck nicht stand. "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt", erklärte Joppich und suchte die Schuld beim Kampfrichter: "Am Anfang bin ich wegen einiger Fehlentscheidungen so hoch in Rückstand geraten. Beever hat seine Trefferfläche immer mit dem Arm verdeckt. Das darf er nicht, aber der Obmann hat es nicht geahndet."

Bißdorf: "Bin beständig schlechter geworden"

Auch Bißdorf rang nach der sensationellen 9:15-Pleite gegen den Chinesen Sheng Lie um Fassung. Der Olympia-Zweite von Sydney, der bei einer WM noch nie eine Einzelmedaille gewann, fasste sich aber an die eigene Nase. "Ich habe nicht gut angefangen und bin dann beständig schlechter geworden. An den Regeländerungen im Florett lag unser Ausscheiden aber nicht, schließlich stehen wir in der Welt an Position 3, sechs und 9", erklärte Bißdorf.

Für die Nachwuchs-Asse Kleibrink und Behr wuchsen die Bäume bei der Heim-WM auch nicht in den Himmel. Kleibrink unterlag im Achtelfinale mit viel Pech dem Chinesen Liangliang Zhang im "sudden death" 12:13, Behr zog in der Runde der besten 16 gegen Andrea Baldini den Kürzeren (8:15). Florett-Weltmeister und damit Nachfolger von Joppich wurde der Italiener Salvatore Sanzo.

Kubissa unterliegt Welikaja

Die Säbeldamen verpassten erwartungsgemäß eine Überraschung. Beste deutsche Starterin war die 20-Jährige Stefanie Kubissa aus Dormagen. Die Weltraglisten-45. unterlag Sophia Welikaja aus Russland mit 12:15. Die Mannschafts-Europameisterin von 2001 hatte nach einer 8:3-Führung den Faden verloren und gab das Gefecht noch aus der Hand. Zum Auftakt hatte Kubissa überraschend Mitfavoritin Jelena Natschejewa (Russland) 15:13 besiegt.

Sybille Klemm (Eislingen) und Susanne König (Tauberbischofsheim) mussten in der Runde der letzten 32 die Segel streichen: Klemm verlor gegen die Ungarin Edina Csaba 10:15, König unterlag Swetlana Kormilitsina aus Russland 12:15. Enttäuschend verlief die letzte WM für Sandra Benad (Eislingen). Benad scheiterte bei ihrem Abschied von der Fechter-Bühne nach einem 4:15 gegen Leonore Perrus (Frankreich) bereits in Runde eins. Ihren zweiten Weltmeister-Titel nach 2001 holte Anne Lise Touya aus Frankreich.

© SID

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