Herausforderung Großbritanniens
Wales - wo der Wind weht

Es muss nicht immer Schottland sein. Wer in Großbritannien, dem Mutterland des Golfs, abschlagen will, ist in Wales im Südwesten bestens bedient - schließlich wird hier 2010 sogar der Ryder Cup ausgespielt. Vor allem die klassischen Link-Plätze mit wechselndem Wetter, hohen Roughs und Kühen mit Platzrecht sind eine echte Herausforderung.

Im Pro Shop des Royal Porthcawl Golf Club kann sich Head Pro Peter Evans ein Grinsen nicht verkneifen. "Wenn Sie Glück haben, fliegt Ihnen heute der Hut nicht davon." Der 1891 gegründete Links- Kurs liegt direkt am Bristol Channel und ist berüchtigt. Noch nicht einmal eine Düne gibt es, die Golfern Schutz vor dem kräftigen Wind der offenen See gewähren würde, tiefe Bunker, damit der sand nicht weggeweht wird - Links-Golf at it?s best. Selbst dem jungen Tiger Woods ist hier 1995 in seinem letzten Jahr als Amateur beim Walker Cup der Zahn gezogen worden.Vom Winde verweht musste er sich im Matchplay dem Engländer Gary Wolstenholme geschlagen geben. Im Pro Shop hängt noch heute das Leibchen, das Woods? Caddie damals getragen hat.

Den Hut tief ins Gesicht gezogen, geht es an den ersten Abschlag. Ein dramatischer Himmel braut sich in Sekundenschnelle zusammen. Die Wolken sind zum Greifen nahe, der Wind peitscht einem entgegen, die Wangen glühen. Erste Regentropfen fallen, doch dem Kampf der Elemente ist nicht mehr auszuweichen - den Ball flach halten, heißt die Devise. Ein Par in Royal Porthcawl wird gefeiert wie ein Birdie. Als das Grün des ersten Loches erreicht ist, herrscht wieder strahlender Sonnenschein. Das Durchspielen mehrerer Wetterzustände innerhalb einer Spielbahn ist hier nichts Ungewöhnliches.

"The Royal", wie der Club im Volksmund auch heißt, gehört zu den schönsten Linksplätzen auf den britischen Inseln und gilt als verborgenes Juwel. Schottland, Irland, England sind die klassischen Destinationen, wenn man an Linksgolf auf den britischen Inseln denkt.Wales lag in dieser Beziehung doch eher im toten Winkel. Dabei ist die Gegend im Westen Großbritanniens ein echter Geheimtipp. Im Vergleich zu den berühmten Plätzen in Schottland wie St Andrews oder Carnoustie sind die Preise moderat. Royal Porthcawl gilt als einer der teuersten in Wales, eine Runde kostet 80 Pfund (ca. 120 Euro). Durchschnittlich beträgt das Green Fee in Wales um die 30 Pfund.

Bis auf Samstag, wenn die Mitglieder ihre Turniere ausspielen, bekommt man problemlos Tee Times. Einzige Bedingung: rechtzeitige Anmeldung (24 Stunden vorher) und angemessene Kleidung (Hemden mit Kragen, keine weißen Sportsocken, Fußballtrikots oder Jeans).

Auch die Verkehrsanbindung ist vorteilhafter als gemeinhin angenommen. Vom Flughafen London-Heathrow erreicht man Wales über die dreispurige M4-Autobahn in zwei Stunden. Die näher liegenden Flughäfen Bristol oder Birmingham werden ebenso wie die walisische Hauptstadt Cardiff von den meisten europäischen Airports aus angeflogen. Rund 200 Golfplätze gibt es in Wales, das mit einer Fläche von 20.760 Quadratkilometern etwa so groß ist wie Hessen,wo es 46 Golfplätze gibt. An der walisischen Küste sind es vorwiegend Links-Plätze, im hügeligen Landesinneren prägen Parklandkurse die Golflandschaft.

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