Hockey WM
"Das Größte, was Hockey-Deutschland je hatte"

Bei der Hockey-WM sind aus Sicht des DHB nicht nur wegen des Titelgewinns des deutschen Teams alle Erwartungen übertroffen worden. Präsident Stephan Abel blickt im sid-Gespräch voller Begeisterung auf das Turnier zurück.

Überschwänglicher Jubel nach dem Titelgewinn der deutschen Mannschaft bei der Hockey-WM im eigenen Lande. Stephan Abel, der Präsident des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ist mit dem Verlauf des Turniers äußerst zufrieden und zieht im sid-Interview eine positive Bilanz.

sid: "Herr Abel, die Mannschaft Weltmeister, der Hockey-Park ausverkauft, die Stimmung euphorisch - können Sie sich nach dieser Weltmeisterschaft in Mönchengladbach mehr wünschen?"

Abel: "Nein, das war das Größte, was wir in Deutschland im Hockey je hatten. Es hat alle Erwartungen übertroffen. Wir haben gezeigt, dass man als Randsportart ein Top-Event organisieren kann."

sid: "Ist durch den Zuschauerzuspruch auch die finanzielle Kalkulation aufgegangen?"

Abel: "Wir können mit einer großen schwarzen Null abschließen. Wir hatten einen Etat von zwei Mill. Euro aufgestellt, 400 000 durch öffentliche Gelder, 600 000 durch Sponsoren und eine Million durch Zuschauereinnahmen. Durch die Fußball-WM war die Sponsorenlage schwierig, deshalb waren wir mehr auf Eintrittsgelder angewiesen, als man normalerweise kalkuliert. Aber statt der erhofften 80 000 Fans sind mehr als 100 000 gekommen."

sid: "Normalerweise sind TV-Gelder auch ein Teil der Kalkulation, warum bei Ihnen nicht?"

Abel: "Wir bekommen keine TV-Gelder für die WM. Es hat uns im Gegenteil sogar Geld gekostet, vertragsgemäß die TV-Bilder zu produzieren und das Signal zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, das ändert sich in Zukunft."

sid: "Wie wollen Sie den großen Erfolg jetzt für die Zukunft nutzen? Nach dem Olympiasieg 1992 und dem ersten WM-Titel 2002 ist ein Hockey-Boom jedenfalls ausgeblieben."

Abel: "Wir wollen vor allem versuchen, den WM-Erfolg in die Vereine weiterzutragen. Wir wollen den Vereinen bei der Mitgliederwerbung helfen, Spieler sollen bei Schnupperlehrgängen zur Verfügung stehen. Das Ziel ist, die Mitgliederzahl von 65 000 auf 100 000 zu steigern. Wir werden Länderspiele in ganz Deutschland organisieren und wir werden in Workshops unsere Sponsoren mit ins Boot holen, um für die Zukunft gemeinsame Strategien zu entwickeln."

sid: "Wie nutzen Sie dieses tolle Stadion?"

Abel: "Wir wollen versuchen, hier jedes Jahr ein Topereignis zu haben. Wir bewerben uns um die Champions-Trophy der Damen und Herren 2008, auch um die Olympiaqualifikation der Damen 2008, und wenn die Ausschreibung des Weltverbandes für die Damen-WM 2010 raus ist, sind wir sehr interessiert, uns auch dafür zu bewerben. Wir denken, dass wir gezeigt haben, dass wir solche Veranstaltungen austragen können."

sid: "Als Wehrmutstropfen bleibt, dass Bundestrainer Bernhard Peters den DHB verlässt."

Abel: "Ja, so ein Mann ist natürlich nicht zu ersetzen. Aber wir waren langfristig informiert und konnten uns auf die Situation vorbereiten."

sid: "Allgemein gilt Damen-Bundestrainer Markus Weise als aussichtsreichster Kandidat auf Peters-Nachfolge."

Abel: "Wir haben mit mehreren Kandidaten gesprochen, auch mit Weise. Wir haben auch die Spieler nach ihrer Meinung gefragt. Eine Entscheidung werden wir aber erst nach der Damen-WM Mitte Oktober bekannt geben."

© SID

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