Hockey WM
Deutsche Hockey-Damen verpassen WM-Halbfinale

Olympiasieger Deutschland musste die Medaillenträume bei der Hockey-WM der Damen in Madrid begraben. Nach der Niederlage gegen England zog nun auch Spanien (3:2 gegen Indien) in der Tabelle vorbei.

Sie hatten die Chance auf das Halbfinal-Ticket selbst in der Hand, das wussten die deutschen Hockey-Nationalspielerinnen auch. Nach dem 0:1 (0:0) gegen England im vierten Vorrundenspiel bei der WM in Madrid ahnten die deutschen Hockey-Damen natürlich, dass der Traum vom Titel geplatzt war. Schon vier Stunden später wurde das Scheitern traurige Gewissheit: Nach Spaniens 3:2 (2:1)-Erfolg über Indien war das Aus auch rechnerisch besiegelt.

Das letzte Fünkchen Hoffnung hatte sich damit verflüchtigt. "Vielleicht haben wir ja wieder so viel Glück wie zuletzt", dachte Stürmerin Natascha Keller zunächst noch an die Olympischen Spiele 2004 zurück, als erst durch die Schützenhilfe der Niederlande der Weg ins Halbfinale möglich war, der schließlich zum Sensations-Gold führte. Und Weise versuchte, seine Frauen noch einmal aufzurütteln: "Scheiß drauf, jetzt versuchen wir eben, Holland zu schlagen."

Doch diesmal geht es im letzten Gruppenspiel am Mittwoch (12.00) gegen die Niederlande nur noch um die Ehre, die WM war am Dienstag verloren. "Das Schlimmste ist, dass wir hier bisher in keinem Spiel als Mannschaft richtig überzeugt haben", ärgerte sich Keller, die wie Fanny Rinne auf der Kandidatenliste zur Wahl der Welthockeyspielerin des Jahres 2006 steht: "Hier wird ja insgesamt kein überragendes Hockey gespielt. Wahrscheinlich war es noch nie so leicht, Weltmeister zu werden."

Die Engländerinnen sind nach dem äußerst fragwürdigen Siebenmeter-Tor von Helen Richardson (38.) mit sieben Punkten an Deutschland (6) vorbeigezogen. Sie spielen zum Abschluss gegen Spanien (9) um das Halbfinale. Europameister Niederlande ist nach seinem 6:1 (2:0) gegen China ungeschlagen mit zwölf Punkten für die Vorschlussrunde qualifiziert.

Alle Trümpfe selbst in der Hand

Mit einem Sieg über die Britinnen hätte das deutsche Team alle Trümpfe selbst in der Hand gehabt. Die Mannschaft übernahm auch das Kommando, hatte im ersten Durchgang wesentlich mehr vom Spiel, allein es fehlte der erfolgreiche Abschluss. "Ich habe den Mädchen gesagt, dass wir uns nicht viel vorzuwerfen haben", sagte der Mannheimer Coach, "wir haben uns kämpferisch und taktisch gut verhalten, es fehlte aber wieder an der Durchschlagskraft im Kreis. Solche Spiele zu verlieren, nervt einfach."

Zumal vor dem Siebenmeter im Anschluss an die dritte englische Strafecke der Ball am Fuß einer englischen Spielerin gelandet war, die Schiedsrichterinnen das aber übersehen haben. "Das hat irgendwie gepasst", erklärte Rinne, "aber wir haben danach eigentlich noch genug Zeit gehabt, ich weiß nicht, warum wir danach den Faden verloren haben." An der ungewissen Zukunft des Trainers soll die fehlende Topform aber nicht gelegen haben, meint zumindest Natascha Keller: "Das hat uns überhaupt nicht beeinflusst."

Erstmals keine Medaille für Weise

Weise wird damit erstmals in seiner dreijährigen Amtszeit als Damen-Coach des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ohne Medaille bleiben. Im Sommer 2003 übernahm er das Team und führte es sofort auf Rang drei bei der Europameisterschaft. Der größte Coup war natürlich Olympia-Gold in Athen, im Vorjahr wurde die Mannschaft Vizeeuropameister. Im Sommer gelang erstmals der Triumph bei der Champions Trophy, Weise hat die deutschen Damen wieder in der Weltspitze etabliert, trotz des Rückschlages von Madrid.

© SID

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