Hockey WM
Deutschland nach torlosem Remis im Halbfinale

Deutschland und Südkorea haben durch ein torloses Remis im letzten Gruppenspiel das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Mönchengladbach erreicht. Topfavorit Niederlande ist durch das Unentschieden ausgeschieden.

Ein mageres 0:0-Unentschieden im letzten Spiel der Gruppe B gegen Südkorea hat der deutschen Hockey-Nationalmannschaft gereicht, um bei der Weltmeisterschaft in Mönchengladbach die Vorrundengruppe B als Tabellenführer abzuschließen. Nach dem Unentschieden hatte die Partie zwei Sieger, einen großen Verlierer und einen faden Beigeschmack: Durch das Remis zogen die punktgleichen Südkoreaner (beide 11) als Gruppenzeiter ebenfalls in die Vorschlussrunde ein. Der spielfreie Topfavorit Niederlande scheiterte folglich mit einem Punkt Rückstand.

Bereits zum zehnten Mal in Folge hat die Mannschaft des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) das Semifinale bei einer WM erreicht, eine einmalige Erfolgsserie. Deutschland spielt am Freitag (20.15 Uhr) gegen Europameister Spanien. Südkorea bekommt es zuvor (17.30 Uhr) mit Olympiasieger Australien zu tun. "Es ist einfach unglaublich", sagte der scheidende Bundestrainer Bernhard Peters, "dass wir mit dieser jungen Mannschaft so weit kommen, hätte ich mir nicht erträumt."

"Sechzig Minuten versucht, ein Tor zu schießen"

Die niederländische Mannschaft verfolgte das Geschehen mit kollektivem Kopfschütteln von der Tribüne aus. Sie musste mit ansehen, wie ihre beiden Kontrahenten den Ball ohne jedes Risiko hin- und herschoben. Die Angst vor einem Gegentor ließ beide Teams übervorsichtig agieren. Druckvolle Aktionen im gegnerischen Schusskreis gab es so gut wie keine, auch Strafecken konnte sich keine der Mannschaften herausspielen. "Die Koreaner haben nichts für den Angriff getan", sagte Kapitän Timo Weß, "wir haben sechzig Minuten versucht, ein Tor zu schießen, am Ende ging es nur noch um das Ergebnis."

In der 32. Minute wurde es vor allem den holländischen Fans erstmals zu viel, sie reagierten auf die koreanischen Ballstafetten in der eigenen Hälfte mit einem gellenden Pfeifkonzert. "Die Angst, dass etwas passiert, war schon gegeben", sagte Peters, "Korea hat nur auf Konter gewartet, wir mussten sehr aufpassen, aber das haben die Jungs hervorragend gelöst."

Dabei hätte das Spiel einen völlig anderen Verlauf nehmen können, wenn Torwart Myung Ho Lee nicht bereits in der dritten Minute mit einer Glanzparade einen Schuss von Christopher Zeller pariert hätte. Der Schlussmann fischte den hart aus etwa zehn Metern geschlagenen Ball mit dem Schläger aus der Ecke. Auf der Gegenseite musste Ulrich Bubolz nur in der 19. Minute einmal eingreifen, als er Woon Kon Yeo vom Ball trennte.

"Sicherheit zuerst"

Auch im zweiten Durchgang änderte beide Mannschaften ihre Spielweise nicht. Zwar forderte Bernhard Peters seine Spieler energisch zu mehr Aktion auf, das Motto "Sicherheit zuerst" bestimmte aber weiterhin die Partie. "Man kann uns zu dem Spiel sicher nicht beglückwünschen", meinte Zeller, "aber es war sehr schwer, wir durften nichts riskieren."

Gegen Halbfinalgegner Spanien kam die DHB-Auswahl erst bei der WM-Generalprobe in Hamburg vor zweieinhalb Wochen mit 2:5 unter die Räder. "Das ist ein Topteam, aber mit der Unterstützung unserer Fans hier, wollen wir es richtig krachen lassen", kündigte Peters an. Die Iberer holten durch einen 4:2 (1:1)-Erfolg in ihrem abschließenden Vorrundenspiel in Gruppe A gegen Japan das Halbfinalticket. Australien sicherte sich am Abend den Gruppensieg durch einen 3:0 (2:0)-Erfolg über Pakistan.

© SID

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