sonstige Sportarten
Hörmann beerbt Wagnerberger als DSV-Präsident

Auf der Verbandsversammlung in Erfurt wurde Alfons Hörmann einstimmig zum neuen Präsidenten des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) gewählt. Hörmann wird Nachfolger von Fritz Wagnerberger, der aus Altersgründen ausschied.

Neuer Präsident, verjüngtes Präsidium, modernisierte Verbandsstruktur: Der Deutsche Ski-Verband (DSV) präsentierte sich am Wochenende in Erfurt als dynamischer und finanziell leistungsfähiger Vorzeige-Verband. "Wir sind wirklich in guter Verfassung", meinte der aus Altersgründen ausscheidende Präsident Fritz Wagnerberger, dessen Nachfolger Alfons Hörmann sich als erfolgreicher Bauunternehmer für eine professionelle Führung der "Premium-Marke Skiverband" stark machte.

Der einstimmig zum neuen starken Mann gewählte Hörmann kündigte unter dem Beifall der Delegierten "kein Verharren" auf dem derzeit erreichten Höchstniveau des zu Wagnerbergers Einstand 1970 noch von Finanzkrisen und Personal-Querelen geprägten DSV an. Mit einem 75 Mill. Euro schweren Fünf-Jahres-TV-Vertrag bis November 2007, erstklassigen TV-Quoten und stetig steigenden Sponsoreinnahmen im Rücken scheint der von Hörmann zum "weißen Riesen" erklärte Verband gut aufgestellt.

Schlickenrieder und Reuß zum "Vize" gewählt

Mit Blick auf mögliche finanzielle Risiken der Zukunft beschlossen die Delegierten die Ausgliederung des Leistungssports mitsamt seiner Leistungszentren, Stützpunkte und Anlagen sowie die Gründung einer Verwaltungs-Gmbh, einer Marketing-Gmbh und einer Leistungssport-Gmbh. Die von einem Aufsichtsrat überwachte Leistungssport-Gmbh, der alle Top-Athleten in der Betreuung unterstehen, wurde mit 2,6 Mill. Euro Eigenkapital plus acht Mill. Euro Barmitteln opulent für den kommenden Winter ausgerüstet. Damit soll der bei den Olympischen Winterspielen in Turin erwartete Medaillensegen abgesichert werden.

"Wir sind ziemlich einseitig auf den Spitzensport ausgerichtet und von den TV-Einnahmen abhängig. Das ist eine Gefahr", erklärte Peter Schlickenrieder. Der Silbermedaillengewinner von Salt Lake City im Langlauf-Sprint wurde neben Thüringens Landeschefin Sabine Reuß zum neuen Vizepräsidenten gewählt und soll in Hörmanns Mannschaft für den Bereich Umwelt und Grundsatzfragen verantwortlich zeichnen.

"Ich will versuchen, etwas von dem zurückzugeben, was mir der Sport gegegen hat, und meine Vision vom Breitensport zu verwirklichen", sagte Schlickenrieder: "Heute bewegt sich doch keiner mehr. Die Medien transportieren zwar den Sport zu den Leuten, aber animieren müssen wir sie. Wir müssen den Menschen einfache, leicht erlernbare Disziplinen wie Skilanglauf oder Nordic Walking nahebringen."

Hörmann überzeugt mit "Macher"-Qualitäten

Die Gewinnung neuer Mitglieder aus allen Altersschichten, erklärte auch Hörmann zu einer Hauptaufgabe. Der Vorstandsvorsitzende eines Dachziegel-Herstellers (Creaton) gilt als Hoffnungsträger des neuen DSV. Der 44 Jahre alte dreifache Familienvater aus Sulzberg/Allgäu führte in den letzten drei Jahren den mitgliederstärksten DSV-Landesverband Bayern. Als Vizepräsident des Organisationskomitees der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf empfahl sich Hörmann mit großen rhetorischen Fähigkeiten und "Macher"-Qualitäten für sein neues Amt.

Amtsvorgänger Wagnerberger wurde einstimmig zum ersten Ehrenpräsidenten in der DSV-Geschichte gewählt. Der ehemalige Bogner-Manager, zweimal alpiner Olympia-Starter und mittlerweile 68 Jahre alter Pensionär, verabschiedete sich gewohnt launig in den Ruhestand: "Ehrenpräsidenten sind mir ein Graus. Die haben die Angewohnheit, sich permanent einzumischen. Ich verspreche, dass ich das nie tun werde."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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