Jetzt auch Christian Henn
Nächster Telekom-Profi gesteht Doping

Nach dem öffentlichen Doping-Geständnisses des Ex-Profis Bert Dietz, gibt jetzt auch Christian Henn zu, die „Radfahrerdroge“ Epo eingenommen zu haben. Die Frage, die sich nun aufdrängt: Kann T-Mobile weiterhin verantworten, als Sponsor aufzutreten?

HB NEUSS. Als zweiter Ex-Profi hat Christian Henn Epo-Doping zwischen 1995 und 1999 während seiner Zeit beim Team Telekom gestanden. Die Aussage bestätigte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. Der 42-Jährige Henn ist seit 2001 Sportlicher Leiter beim Team Gerolsteiner. Am Montag hatte sich sein ehemaliger Teamkollege Bert Dietz zu früheren Manipulationen bekannt.

Nach Aussagen Henns sei das Doping von den Freiburger Mannschaftsärzten Dr. Lothar Heinrich und Prof. Andreas Schmid vorgenommen worden. Aufgrund dieser Beschuldigungen suspendierte der Vorstand der Universität Freiburg beide Mediziner am Dienstag bis zur Klärung der Vorwürfe. Die Maßnahme wurde im Einvernehmen mit beiden Medizinern getroffen, es gelte auch weiter die Unschuldsvermutung, hieß es in einer Erklärung der Universität.

Zugleich beendete das Klinikum vorerst sein Engagement für das T-Mobile Team. Es zog seine drei anderen bislang noch für den Radrennstall tätigen Ärzte zurück, da die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr vorhanden sei.

Bei der Telekom werden Stimmen laut, die den Rückzug der Telekom als Sponsor in Erwägung ziehen. Im Nachrichtensender N24 bekräftigte T-Mobile-Kommunikationschef Christian Frommert jedoch, dass ein Ausstieg der Telekom aus dem Radsport-Sponsoring nicht in Frage komme. Schon vor einigen Monaten hatte sich der Konzern bis 2010 als Sponsor beim Team fest verpflichtet. „Wir sind seit einem Jahr mit unserem Anti- Doping-Kurs auf einem geraden Weg, der weltweit beachtet ist. Wir haben vor, den weiter zu gehen“, sagte Frommert.

Nach diesen öffentlichen Doping-Geständnissen erhofft sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Aufklärungswelle. „Wir hoffen sehr, und wir fordern alle Sportlerinnen und Sportler ausdrücklich dazu auf, dass nun noch mehr Radsportler, aber auch Athleten aus anderen Sportarten diesem Beispiel folgen und reinen Tisch machen. Dies ist eine große Chance für den Sport“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach am Dienstag bei einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main.

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