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Kaiserslautern - Freiburg wird nicht wiederholt

Kein Beweis, keine Wiederholung - die Fußball-Bundesliga bleibt vom Wettskandal verschont: Das einzige unter Manipulationsverdacht stehende Spiel der Eliteliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Freiburg wird nicht neu angepfiffen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Kein Beweis, keine Wiederholung - die Fußball-Bundesliga bleibt vom Wettskandal verschont: Das einzige unter Manipulationsverdacht stehende Spiel der Eliteliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Freiburg wird nicht neu angepfiffen.

Mit der Zurückweisung der Freiburger Berufung bestätigte das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 3. März. Freiburg habe wie in erster Instanz nicht den nötigen Beweis erbringen können, dass die am 27. November 2004 mit 0:3 verlorene Partie von Schiedsrichter Jürgen Jansen manipuliert worden sei.

In seinen Urteilsgründen blieb das Bundesgericht der bisher praktizierten Linie der DFB-Rechtsprechung in dem Schiedsrichter- und Wettskandals des deutschen Fußballs treu. Erforderlich für eine von Freiburg beantragte Annullierung und Neuansetzung des Spiels sei nicht der bloße Verdacht einer Manipulation oder deren Abrede, sondern der Nachweis einer tatsächlich erfolgten Spielbeeinflussung. "Trotz Zweifeln konnte das Urteil nicht anders ausfallen, weil der Beweis nicht erbracht wurde", sagte der Vorsitzende Georg Adolf Schnarr (Bruchmühlbach).

Bei Schnarrs akribisch geführter Zeugenvernehmung spielte die Aussage des von Skandal-Auslöser Robert Hoyzer der Manipulation bezichtigten Jansen eine entscheidende Rolle. Jansens Glaubwürdigkeit wurde vom Gericht nicht angezweifelt. Der vom DFB bis zur Klärung der Vorwürfe freigestellte 44-jährige Essener bestritt jegliche Manipulation: "Ich habe von der ersten bis zu letzten Minute neutral gepfiffen." Schnarrs scharfe Frage: "Sind Sie bestochen worden?" beantwortete Jansen mit "nein, Herr Vorsitzender, war ich nicht." Keine "Auffälligkeiten" beim Spiel auf dem Betzenberg bekundeten Jansens Assistenten Marc Seemann, Dirk Margenberg und der vierte Offizielle Guido Winkmann.

Den Hoyzer-Vorwurf, er habe Geld bekommen, das er an Jansen weiterleiten sollte, wurde von dem als Zeugen vernommenen Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller (Dynamo Dresden) vehement bestritten. Er habe zwar mit Jansen wegen des Zweitligaspiels Dynamo Dresden gegen die Spvgg Unterhaching telefoniert, ihn auch betreut, aber "nie über Sportwetten gesprochen", sagte Ziller. Jansen, gegen den noch ein Ermittlungsverfahren bei der Berliner Staatsanwaltschaft läuft, beteuerte in der Frankfurter DFB-Zentrale ein weiteres Mal seine Unschuld in allen Belangen. "Ich habe niemals auf dem Fußball-Platz etwas getan, was nichts rechtens war", sagte Jansen. Der Vorsitzende Schnarr stellte fest: "Es wurde nicht bewiesen, dass Geld geflossen ist."

Freiburgs Rechtsvertreter Peter Ouart, hatte zu Beginn der dreieinhalbstündigen Berufungsverhandlung auf "Lücken in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB" hingewiesen, die es beim Außerordentlichen DFB-Bundestag am 28. April in Mainz "zu schließen gilt". Der erstmalige Fall einer Schiedsrichter-Manipulation sei in den DFB-Statuten nicht ausdrücklich geregelt. Die Beweislast dem "Opfer" zuzumuten, könne nicht rechtens sein.

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