Kanu EM
Deutsche Kanuten werden bei EM zur "Silberflotte"

Viermal Gold, elfmal Silber und dreimal Bronze lautet die Bilanz der deutschen Kanuten bei der EM in Racice. Ronald Rauhe schaffte einen "Gold-Hattrick" und war damit der Star im deutschen Aufgebot.

Die Bilanz der deutschen Kanuten liest sich zwar gut, dennoch blieb nur Rang zwei in der Länderwertung. Trotz des Gold-Hattricks von Ronald Rauhe hat die deutsche "Silberflotte" bei der Kanu-EM im tschechischen Racice die Spitzenposition an den Erzrivalen Ungarn verloren. Der überragende Olympiasieger Rauhe holte neben zwei EM-Titeln im Zweierkajak mit seinem Partner Tim Wieskötter (Potsdam) über 200 und 500 Meter auch Gold im Einer über die Sprintdistanz. Er schraubte damit die gute deutsche Bilanz auf viermal Gold, die Rekordzahl von elfmal Silber und dreimal Bronze.

"Rauhe ist unser Siegertyp. Natürlich hätten wir gern mehr Siege geholt, aber wir sind mit dieser Zwischenstation auf dem Weg zur WM nicht unzufrieden. Bei der WM in Ungarn gibt es die Revanche, ab Montag beginnt die Arbeit", sagte Chef-Bundestrainer Rainer Kießler mit Blick auf die WM in Szeged (17. bis 20. August): "Außerdem wissen wir seit Klinsmann, dass auch dritte Plätze und Silber in Deutschland wieder einen Wert haben."

Ungarn überragend

Die Messlatte des Rekordergebnisses der EM von 2005 mit zehnmal Gold, fünfmal Silber und siebenmal Bronze war diesmal allerdings zu hoch - stattdessen war Ungarn mit zehn Titeln vor allem über die olympischen Strecken 500 und 1 000 Meter überragend.

Wie es dennoch geht, bewies Ronald Rauhe. Der 24-Jährige krönte sich zum erfolgreichsten Teilnehmer und stellte mit seinem Partner im Zweier über 200 Meter in 31,818 Sekunden eine Weltbestmarke auf: "Drei Titel, das ist schon grandios. Ich wollte mit aller Macht gewinnen - vielleicht ist das Geheimnis."

Über die doppelte Distanz hatte es am Samstag den einzigen Sieg im Vierercanadier gegeben. Eine Bootsklasse, die der Deutsche Kanu-Verband (DKV) bis vor kurzem gar nicht besetzt hatte. "Das war schon eine Genugtuung, dass ausgerechnet wir Gold gewinnen", sagte der Leipziger Robert Nuck, der zudem mit Stefan Holtz Silber im Zweier-Canadier über 500 Meter gewann.

Fischer: "Die Ungarn fahren in einer anderen Liga"

Fanny Fischer, Nichte der deutschen Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer, gewann mit der auch im Einer nur zweitplatzierten Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) zweimal Silber im Zweierkajak. "Die Ungarn fahren in einer anderen Liga", sagte Fischer. Katalin Kovacs/Natasa Janics ließen den Deutschen keine Chance und waren mit der Rekordzahl von sechs EM-Titeln im Zweier und Vierer die alles überragenden EM-Teilnehmer.

Erstmals seit 1999 holte der dreimalige Einercanadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) keine Goldmedaille - der Disqualifikation über 500 Meter folgte Platz zwei auf dem langen Kanten 0,244 Sekunden hinter dem Rumänen Florin Mironcic. "Das ist schon bitter, aber bei der WM geht s andersrum", meinte Dittmer. Steigerungsbedarf gibt es auch beim einstigen Flaggschiff Viererkajak, in dem nur zweimal Silber (Damen) und Bronze bei den Herren heraussprang.

Freude über Silber nur 0,128 Sekunden hinter Polen gab es bei den Zweiercanadier-Olympiasiegern Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen). Wylenzek: "Es ist nicht jeden Tag Weihnachten, aber immerhin haben wir die WM-Qualifikation geschafft."

© SID

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