Kanu WM
Kanutin Reinhardt ereilt überraschendes WM-Aus

Als Halbfinal-Vierte über 500m ist Titelverteidigerin Nicole Reinhardt bei der Kanu-WM im ungarischen Szeged überraschend ausgeschieden. Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer steht dagegen im Endlauf.

Bei der 35. Kanu-WM im ungarischen Szeged ist Titelverteidigerin Nicole Reinhardt überraschend als Vierte im 500-Meter-Halbfinale ausgeschieden. Der angeschlagene Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer erreichte dagegen mit einem souveränen ersten Platz über 1 000 Meter das Rennen um die Medaillen am Samstag. Über die halbe Distanz schonte er sich wie angekündigt und schied als Sechster "planmäßig" aus.

Insgesamt kamen auf den beiden olympischen Distanzen 14 von 17 deutschen Booten in die Finals am Samstag (1000m) und Sonntag (500m). Der 20-jährigen Reinhardt (Lampertheim) fehlte nur eine Zehntelsekunde gegenüber der Südafrikanerin Jennifer Hodson zum Weiterkommen.

"Nach diesen souveränen Leistungen sind eigentlich für alle Boote Medaillen möglich - die Farbe werden wir sehen", sagte Olaf Heukrodt, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Und der 34-jährige Dittmer war erstmals seit seiner komplizierten Muskelverletzung wieder optimistisch: "Ich bin überglücklich, im Finale zu sein. Die Rippe schmerzt noch. Aber ich lege alle Kraft in dieses Rennen, vielleicht klappt es doch noch mit einer Medaille."

Dittmer gesundheitlich angeschlagen

Mannschaftsarzt Wolfgang Dillmann sieht allerdings einen schmalen Grat. "Die Gefahr einer Muskelzerrung im Rippenbereich besteht", erklärte der Mediziner: "Wenn er Pech hat, dann bleibt er stehen und ist draußen." Der erstmals in seiner Erfolgskarriere gehandicapte Titelverteidiger erhält noch immer entzündungshemmende Tabletten.

Die ohnehin als "Nervenbündel" bekannte Reinhardt hatte sich auf den letzten Metern abfangen lassen, war dann völlig aufgelöst und weinte. Sportdirektor Jens Kahl meinte: "Wir brechen jetzt nicht über ihr den Stab. Wir haben eine junge Mannschaft, die Athleten müssen noch lernen, sich nicht von der Konkurrenz beeindrucken zu lassen."

Über 500m paddelten Lutz Altepost (Essen) im Einerkajak, die Zweierkajak-Olympiasieger Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam) und Fanny Fischer/Gesine Ruge (Potsdam/Leipzig) auf die ersten Plätze. Der Herren-Viererkajak wurde Zweiter. Dem Zweier-Canadier Robert Nuck/Stefan Holtz (Leipzig/Karlsruhe) genügte ein dritter Rang.

Eckbrett scheitert im Einerkajak

Über den Kilometer kamen neben dem 34-jährigen Dittmer (Neubrandenburg) auch die Canadier-Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) und der Zweierkajak Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) als Gewinner weiter.

Einerkajak-Spezialist Torsten Eckbrett schied dagegen aus. Der 22-jährige Potsdamer wurde in seinem Halbfinalrennen nur Vierter und lag rund zehn Sekunden hinter dem für das sichere Weiterkommen notwendigen Rang zwei.

Fünf deutsche Boote hatten sich zum Auftakt über die lange Distanz bereits direkt für die Endläufe qualifiziert und konnten am Freitag ebenso wie der 500-Meter-Viererkajak der Damen Kräfte sparen. Im Vierer-Canadier über 500 m war kein deutsches Boote am Start.

© SID

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