Kathan mit Wut im Bauch
Poss revidiert Fehlentscheidungen

Greg Poss zeigt sich einsichtig. Nach der Leistung von Klaus Kathan im Abstiegsrundenduell bei der WM gegen Österreich bleibt dem Eishockey-Bundestrainer auch nichts anderes übrig.

HB BERLIN. Drei Minuten Einsatzzeit genügten DEB-Stürmer Klaus Kathan um nach drei Spielen Zwangspause, sein erstes Tor bei der Eishockey-Weltmeisterschaft zu erzielen. Greg Poss, der Kathan für Andreas Morczinietz in sein Team genommen hatte, äußerte nach dem Spiel freiwillig Selbstkritik.Der ohnehin schon unter Druck stehende Amerikaner gab nach dem 2:2 gegen Österreich unumwunden zu, dass er den Routinier aus Bad Tölz in der Vorrunde zu Unrecht auf die Tribüne verbannt hatte.

"Das ist ein großes Lob für Klaus Kathan. Er war immer positiv und hat gezeigt, was für einen Super-Charakter er hat. Er kommt und zeigt es sportlich auf dem Eis. Das war beeindruckend", sagte Poss über den 28-Jährigen, der das 1:0 gegen Österreich selbst schoss und das 2:0 durch Alexander Barta vorbereitete. Gemeinsam mit Barta ist er damit schon bester deutscher Scorer.

Dass die Führung dem müden DEB-Team dennoch nicht zum Sieg reichte, macht die Lage vor dem zweiten Abstiegsrunden-Spiel am Montag (12.15 Uhr) gegen Slowenien nicht leichter. Dennoch: Ein Erfolg über den Aufsteiger und ein Unentschieden gegen Dänemark am Dienstag würden den Klassenverbleib sichern und das Zittern beenden.

Nach zwei Spielen binnen zwei Tagen trainiert die deutsche Mannschaft am Samstag nicht. Allerdings hätte sie es auch gar nicht gekonnt, selbst wenn Poss gewollt hätte. Die deutsche Delegation wurde am Samstag von den Organisatoren auf drei verschiedene Flugzeuge nach Innsbruck verteilt, obwohl sie für eine gemeinsamen Umzug sogar eine Busfahrt in Kauf genommen hätte. Die Mannschaft von Österreich flog am Samstag früh schon um 7.00 Uhr.

Kathan hatte bei seinem WM-Einstand gegen die Gastgeber gehörig Wut im Bauch, weil er nicht zu den 23 Akteuren gehörte, die Poss für die Vorrunde nominierte. Erst nach dem blamablen 1:5 gegen die Schweiz durfte Poss den kompletten 25-köpfigen Kader und damit auch Kathan einsetzen. "Ich wollte der Mannschaft helfen und Stimmung reinbringen. Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat", sagte der Stürmer. Aus seiner Enttäuschung über die ungewohnte Zuschauer-Rolle nach zuletzt sechs WM-Teilnahmen in Erst- und Zweitklassigkeit machte er keinen Hehl: "Das war ein harter Schlag. Es war nicht einfach, die drei Spiele oben zu sitzen."

In die Freude über die eigene Leistung, die ihm die Wahl zum besten deutschen Spieler einbrachte, fiel die Enttäuschung über den verpassten ersten Sieg bei der laufenden WM. Die kommenden Gegner Slowenien und Dänemark hätten sich das gesamte Turnier über schon darauf eingestellt - anders als die DEB-Auswahl:"Man hat im Fußball schon oft gesehen, was dann mit guten Mannschaften passiert", sagte Kathan. Und: "Es ist ein anderer Trainer und es sind andere Spieler. Wir müssen erst zusammen finden, obwohl acht Vorbereitungsspiele eigentlich mehr als genug gewesen sein sollten." Dafür wird es in den letzten beiden Partien allerhöchste Zeit.

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