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Klimke bei Reit-EM in Blenheim Dritte

Bei der Vielseitigkeits-EM der Reiter im englischen Blenheim hat die deutsche Meisterin Ingrid Klimke die Bronzemedaille gewonnen. Auch die deutsche Mannschaft hatte mit Platz drei Grund zum Jubeln.

Die deutschen Buschreiter haben den Anschluss an die Weltspitze wieder geschafft. Bei der Vielseitigkeits-EM im englischen Blenheim gewann die dreimalige deutsche Meisterin Ingrid Klimke aus Münster mit 45,2 Minuspunkten die Bronzemedaille und bescherte Deutschland das erste Einzel-Edelmetall seit 2001.

Deutschland mit der Mannschaft auf Platz drei

Europameisterin wurde die Britin Zara Phillips, Tochter von Prinzessin Anne und Mark Phillips, die mit Toytown 34 Jahre nach ihrer Mutter den Titel gewann. Auch die deutsche Mannschaft durfte jubeln. Mit Platz drei sicherte sich die Equipe (181,9) hinter Großbritannien (136,5) und Frankreich (170,2) erstmals seit 1999 wieder eine Medaille.

"Ich bin sehr zufrieden. Wir reiten wieder in der 1. Liga", meinte Bundestrainer Hans Melzer nach dem viertägigen Wettkampf strahlend. Vor allem der geschlossene Auftritt seines Teams mit Frank Ostholt aus Warendorf (Air Jordan/47,4), Hinrich Romeike aus Nübbel (Marius/66,4), Anna Warnecke aus Osnabrück (Twinkle Bee/68,1) und Bettina Hoy aus Gatcombe/England (Ringwood Cockatoo/68,5), die für das Streichergebnis sorgte, stimmte den Bundestrainer mit Blick auf die Heim-WM im kommenden Jahr in Aachen optimistisch: "Wir sind rechtzeitig wieder zurück."

Hoy in der Einzelwertung nur 24.

Für die einzige Enttäuschung sorgte Bettina Hoy, die die Olympia-Revanche für 2004 verpatzte. Die aus Rheine stammende Berufsreiterin musste sich in der Einzelwertung mit dem 24. Platz begnügen. "Der Ritt im Gelände war entscheidend", urteilte Hoy nach dem viertägigen Wettkampf vor den Toren des Palastes in Blenheim.

Ihr 14 Jahre alter Schimmel Ringwood Cockatoo erlaubte sich vor 100 000 Besuchern im Wald bei Oxford eine Verweigerung und blieb 33 Sekunden über dem Zeitlimit. Damit fiel das Paar hoffnungslos zurück.

"Wir haben im Training einige Dinge umgestellt"

"Wir wissen jetzt woran es liegt. Mein Mann Andrew und ich haben im Training einige Dinge umgestellt. Das war der Fehler," erklärte Hoy, ohne weitere Details verraten zu wollen. Damit misslang dem deutschen Top-Paar die Revanche für die Olympischen Spiele 2004. In Athen war der in Rheine geborenen Berufsreiterin die sicher geglaubte Goldmedaille am Grünen Tisch aberkannt worden. Vor der Heim-WM im kommenden Jahr in Aachen will die 42-Jährige nun zweigleisig planen. "Der Idealfall ist, dass ich mich mit Ringwood Cockatoo und Woodsides Ashby, meinem zweiten Pferd, auf die WM vorbereiten kann", sagte Hoy.

Nach dem Happy-End für die Mannschaft schien am Ende auch der Streit um die Nominierung vergessen. Kurz vor der EM wurden Andreas Dibowski (Döhle) mit Serve Well und Ingrid Klimke (Münster) mit Sleep Late noch aus dem Kader gestrichen und starteten als Einzelreiter. "Das war sehr enttäuschend", sagten die betroffenen Reiter. Bei der nächsten EM 2007 in Italien starten fünf Reiter pro Nation, von denen jeder für das Team reiten darf. Bislang wurden pro Nation sechs Reiter gemeldet, von denen allerdings nur vier Teilnehmer für die Mannschaftswertung gewertet wurden.

Zara Phillips wird Erwartungen gerecht

Unterdessen erfüllte der englische Publikums-Liebling Zara Phillips die hohen Erwartungen. Betreut von ihrer Mutter Prinzessin Anne und Vater Mark Phillips, die nicht mehr zusammenleben, ritt die 24-Jährige zum Sieg. "Meine Mutter hat sich um meine Seele gekümmert und mich versucht zu beruhigen. Mein Vater hat mir als Trainer Tipps gegeben", sagte der "Darling" der britischen Boulevard-Presse.

Genau 34 Jahre nach dem EM-Sieg ihrer Mutter 1971 setzte die Queen-Enkelin die Famlien-Tradition fort und gilt nun auch für die WM im kommenden Jahr in Aachen als eine der heißesten Titelanwärterinnen.

© SID

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