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Krasniqi will Versprechen an Schmeling einlösen

Heute schlägt für Luan Krasniqi die Stunde null: Der Boxer steigt gegen Schwergewichts-Weltmeister Lamon Brewster in den Ring, um sich die WM-Krone aufzusetzen und damit sein Versprechen an Max Schmeling einzulösen.

Luan Krasniqi will heute die wohl einzige Chance wahrnehmen, sich seinen Lebenstraum zu verwirklichen und sein Versprechen gegenüber Max Schmeling einzulösen. Der Mann aus dem schwäbischen Rottweil wird um etwa 23.00 Uhr in Hamburg in den Ring klettern, und dann hat er maximal zwölf Runden Zeit, mit einem Sieg über Titelverteidiger Lamon Brewster (USA) Box-Weltmeister im Schwergewicht nach Version der WBO zu werden.

Fast zu viel der Ehre

Nur darum geht es für den 34-Jährigen: Er will den WM-Gürtel. Dafür hat er jahrelang gearbeitet, sich geschunden und gequält. Dass der Kampf am 100. Geburtstag von Max Schmeling stattfindet, dass er zudem der erste Deutsche seit Schmeling werden könnte, der den Titel aller Klassen gewinnt, ist ihm fast zu viel der Ehre: "Ich bin ein Gar-Nichts gegenüber Schmeling", sagt Krasniqi: "Ich will meine eigenen Spuren hinterlassen."

"Gewöhnlich halte ich meine Versprechen"

Den großen Max Schmeling hat er einmal 2002 getroffen und war sofort fasziniert von der Ausstrahlung des am 2. Februar gestorbenen deutschen Sport-Idols. Der gebürtige Kosovo-Albaner, der seit seinem 16. Lebensjahr in Deutschland zu Hause ist und sechs Sprachen beherrscht, hat Schmeling dabei zugesagt, den Titel nach Deutschland zu holen: "Und gewöhnlich halte ich meine Versprechen."

Einen langen Weg hat er in seiner achtjährigen Profikarriere zurückgelegt, der durch Höhen und Tiefen führte. Glanzvollen Siegen wie im EM-Kampf gegen Sinal Samil Sam 2004 und in der WM-Ausscheidung gegen Lance Whitaker im Mai stehen schwache Auftritte wie im EM-Kampf gegen Timo Hoffmann im Dezember 2004 gegenüber und vor allem seine Aufgabe gegen den Polen Przemyslaw Saleta 2002, als er nach der achten Runde seinen damaligen Trainer Michael Timm anbellte "Schluss".

Das war der sportliche Tiefpunkt, so genannte Freunde wandten sich ab, die Schulterklopfer waren weg und Trainer Timm trennte sich von ihm. "Ich habe viel daraus gelernt", sagte Krasniqi. Zweifel an dem sensiblen, emotionalen und eigenwilligen 1,91-Mann aber bleiben selbst bei Trainer Torsten Schmitz: "Wie stark Luans Nerven sind, weiß ich nicht. Auch gegen Timo Hoffmann hat er gemacht, was er wollte und nicht, was ich wollte."

Schlagfeuerwerk angekündigt

Dabei wird es gegen den in 34 Kämpfen 28-mal vorzeitig siegreichen Brewster entscheidend darauf ankommen, die taktische Linie durchzuhalten. Der 32 Jahre alte Amerikaner, der den Titel durch seinen sensationellen K.o.-Sieg gegen Wladimir Klitschko im April 2004 gewann, wird versuchen, Krasniqi in den ersten Runden mit einem Schlagfeuerwerk einzudecken. "Die zweite Runde wird Krasniqi nicht überleben", kündigte Brewsters Trainer Jesse Reid an.

3,5 Mill. Dollar soll der Champion angeblich für den Trip nach Deutschland erhalten. Dafür macht er super-professionell alles mit, was von ihm verlangt wird. Brewster ließ sich vor dem Grab von Schmeling ablichten, tänzelt beim Showtraining durch den Ring, steht den TV-Anstalten für Interviews zur Verfügung und überzeugte in der Hansestadt mit seinem smarten Auftreten.

"In den USA ist dieser Kampf nur einer von vielen, hier ist er ein großes Ereignis", sagt Brewster: "Ich will zeigen, dass ich ein Weltmeister im wahrsten Sinne des Wortes bin, bereit, meinen Titel nicht nur in den USA zu verteidigen."

© SID

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