sonstige Sportarten
Kritik an DSV-Sportdirektor Beckmann wächst

Die Stars fehlen, die Talente bleiben aus, die WM-Erwartungen sind gedämpft: Vier Jahre nach seinem Antritt sieht sich DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann kurz vor Beginn der Schwimm-Wettbewerbe wachsender Kritik ausgesetzt.

Die eigenen Erwartungen hat Ralf Beckmann vor der WM in Montreal gedämpft, doch der Druck auf den Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) wird vor den am Sonntag beginnenden Wettkämpfen in der "Königssparte" größer.

Strukturreform vor dem Aus

Es fehlen Stars und Nachwuchshoffnungen, es gibt Athletenkritik, das Trainingslager wurde abgebrochen, und der von Beckmann forcierten Strukturreform droht das Aus: Vier Jahre nach seinem Amtsantritt bei der WM in Fukuoka ist der Hobby-Handwerker in Kanada auf mehreren Baustellen gefordert.

Beckmann verteidigte indes die vorzeitig beendete Vorbereitung in Ottawa. "Die Schwüle hat sich auf die Luft in der Schwimmhalle ausgewirkt. Das war für diejenigen, die Atemwegprobleme haben, nicht gerade förderlich", meinte der 58-Jährige, der mit seiner Mannschaft am Dienstag und damit einen Tag früher als geplant in Montreal eintraf.

Thiel: "Kritik sollte intern geübt werden"

Rückendeckung bekam Beckmann von DSV-Präsidentin Christa Thiel. "Die Option der vorzeitigen Abreise war im Vorfeld abgesprochen. Und dass das Training in Ottawa in der Halle stattgefunden hat, ist kein Problem - unsere Schwimmer haben noch Zeit genug, sich vor Ort auf die Begebenheiten im Freien einzustellen", sagte die DSV-Chefin und machte den Athleten generell klar: "Wenn es Grund zur Kritik gibt, sollte die intern geübt werden."

Zuletzt hatte der dreifache Junioren-Europameister Paul Biedermann (Halle) öffentlich seinen Unmut geäußert. "Beim Trainingslager auf Sardinien hatten sich bei mir technische Macken eingeschlichen, und niemand hat es gemerkt. Ich war richtig sauer", sagte der 18-Jährige - eine deutliche Spitze gegen den Trainerstab. Auch die Kritik nach Olympia in Athen von Sprint-Ass Thomas Rupprath (Hannover) und Dreifach-Weltmeisterin Hannah Stockbauer (Erlangen), die zurzeit eine schöpferische Pause einlegt, klingt noch nach.

© SID

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