Langlauf Weltcup
Finanzsorgen überschatten Weltcup-Auftakt

Die Vorfreude der Langläufer auf den Weltcup-Auftakt in Düsseldorf wird getrübt durch die Finanzsorgen des Deutschen Skiverbandes (DSV). Bundestrainer Jochen Behle will den Geldsorgen mit guten Resultaten trotzen.

Die Vorzeichen könnten wahrlich besser sein: Bei der Jagd auf die ersten Weltcup-Punkte werden die Athleten die drohende Verbandspleite nicht einfach ausblenden können. Es überwiegen die Sorgenfalten um die ungewisse Situation um den TV-Vertrag des Deutschen Skiverbandes (DSV), wenn die deutschen Langlauf-Asse heute in Düsseldorf in die Saison starten. "Wenn wir den Nachwuchs nicht mehr zu den Wettkämpfen schicken können, wird es eng. Nur bis Ende November ist finanziell alles gesichert und es geht normal weiter", sagte Bundestrainer Jochen Behle.

Die Nachwuchsathleten, von denen beim Düsseldorfer Schnee-Spektakel einige für den DSV an den Start gehen werden, können dabei auf die Solidarität der etablierten Sportler bauen. "Unsere Top-Athleten wollen auf Prämienzahlungen verzichten, wenn das Geld für den Nachwuchs in Zukunft fehlt", versichert Behle.

Den Ausgabenstopp im Nachwuchsbereich, der durch die ungeklärte Situation um den neuen Fernsehvertrag des DSV erlassen wurde, hält der 47-Jährige für die sinnvollste Lösung. "Wenn man in der Spitze kürzt, kriegt man die Ergebnisse der vergangenen Jahre nicht mehr. Und gerade die bringen ja die Mittel. Da bleibt einem leider nichts anderes übrig, als beim Nachwuchs zu kürzen", erklärt Behle. Die Situation sei auch nicht so schlimm wie dargestellt, denn es entfallen momentan lediglich die Trainingslager. Das Stützpunkttraining findet im gewohnten Rahmen statt.

Behle will Blick auf das Sportliche richten

Behles Elitetruppe um Tobias Angerer (Vachendorf) will zwischen Rheinufer und Königsallee deshalb den Geldsorgen trotzen und unbelastet den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen. "Das wird eine echte Standortbestimmung. Für die Distanzläufer wie Tobi geht es aber eher darum, sich Bonuspunkte für den Gesamtweltcup zu sichern", sagte Behle.

Das sensationelle Ergebnis des Vorjahres, als der spätere Gesamtweltcupsieger Angerer auf Platz vier stürmte und Josef Wenzl aus der damals neu gegründeten Sprintgruppe Platz sechs erreichte, hält Behle am Wochenende nicht für möglich. "Ich bin zufrieden, wenn einer unserer Athleten den Sprung ins Finale schafft", sagte Behle. Weltmeister Axel Teichmann (Lobenstein) muss dabei wegen einer Erkältung auf den Weltcup-Auftakt verzichten.

Den größeren Erfolg erhofft sich der Bundestrainer bei den Damen sowie in den Teamsprints am Sonntag. "Da ist ein Podestplatz definitiv im Bereich des Möglichen", betont Behle. Claudia Künzel-Nystad (Oberwiesenthal) und Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) müssen sich dabei vor allem der im Sprint fast unschlagbaren Norwegerin Marit Björgen erwehren.

Gespräche über Zukunft des Düsseldorfer Weltcups

Während die Athleten auf den 3 000 Kubikmetern Kunstschnee um einen gelungenen Saisonauftakt kämpfen, wird hinter den Kulissen an einer Vertragsverlängerung für den Düsseldorfer Weltcup gearbeitet. "Wir stehen in Gesprächen, aber entschieden wird an diesem Wochenende noch nichts", sagte Sprecher Martin Graffmann.

Derzeit gibt es offenbar einen Interessenkonflikt um die Terminierung des Spektakels. Während der Weltverband FIS die Rennen in der NRW-Landeshauptstadt weiterhin Ende Oktober austragen will, wünschen sich die Fernsehsender eher einen späteren Zeitpunkt, etwa Mitte November. Ungeachtet der noch unsicheren Zukunft erwarten die Veranstalter wie im Vorjahr wieder 350 000 Zuschauer an der etwas über 800m langen Loipe an Deutschlands längstem Fluss.

© SID

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