Leichtathletik Doping
Marion Jones bestätigt positive Dopingprobe

Sprint-Olympiasiegerin Marion Jones hat ihren Trainer Steve Riddick per Textmitteilung über einen positiven Dopingtest benachrichtigt. Dies bestätigte der Coach, der jedoch fest an eine negative B-Probe glaubt.

Marion Jones hat nach einer Aussage ihres Trainers Steve Riddick eine positive Doping-A-Probe bestätigt. "Sie informierte mich durch eine Textmitteilung, es gäbe bei ihr Spuren von EPO", erklärte der Coach der dreimaligen amerikanischen Sprint-Olympiasiegerin in einem Gespräch mit der britischen Nachrichtenagentur Reuters.

Von offizieller Seite gibt es dagegen zum Fall von Marion Jones, die laut Washington Post und Los Angeles Times bei den US-Meisterschaften im Juni in Indianapolis des Blutdopings überführt worden sein soll, noch immer keine Bestätigung. Weder von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, vom Nationalen Olympischen Komitee Usoc, vom nationalen Leichtathletik-Verband Usatf noch vom Internationalen Leichtathletik-Verband Iaaf.

Riddick, der mit der USA-Staffel 1976 in Montreal Olympiasieger über 4x100m war und seit zwei Jahren Trainer von Marion Jones ist, gab sich optimistisch, dass der Fall im Sinne der Olympiasiegerin geklärt werde. Obwohl über 99 Prozent aller B-Proben das Ergebnis der A-Analyse bestätigten, erklärte Riddick mit Blick auf die offenbar für den 6. September angebraumte Analyse der B-Probe: "Sie wird negativ sein."

Jones beteuert Unschuld

Marion Jones, die angesichts aller Verdächtigungen der Vergangenheit stets ihre Unschuld beteuert hat, wäre nach Tour-de-France-Sieger Floyd Landis und 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin der dritte US-Sportstar, der binnen weniger Wochen positiv getestet wurde. Jones hatte zur Zeit ihrer größten Erfolge bei Olympia 2000 in Sydney (drei Siege, fünf Medaillen) in Trevor Graham, der nun ebenfalls im Zentrum umfassender Ermittlungen steht, den gleichen Trainer wie zuletzt Gatlin.

Für große Doping-Skandale hatten in den letzen Jahren auch zwei zentrale Partner im Leben der Sprinterin gesorgt. Eine lebenslange Sperre beendete die Kugelstoß-Karriere von Ex-Ehemann C. J. Hunter, Weltmeister von Sevilla 1999. Auch er sagte aus, Jones habe sich in seiner Gegenwart Dopingsubstanzen gespritzt. Tim Montgomery, Vater des Sohnes von Marion Jones, verlor nach seinem Dopinggeständnis im Dezember 2005 den 100-m-Weltrekord (9,78) und beendete nach zweijähriger Sperre die Karriere.

Marion Jones hatte bereits 1992 als Nachwuchs-Sprinterin im kalifornischen Thousand Oaks Probleme mit einer Dopingkontrolle. Diese soll sie damals verweigert haben. Sie entging durch Star-Anwalt Johnnie Cochran Jr. erfolgreich einer Sperre und fand nach einer zwischenzeitlichen Basketball-Karriere erst wieder nach Olympia 1996 zurück zur Leichtathletik, wurde 1997 erstmals 100-m-Weltmeisterin.

Massiver Dopingverdacht bereits vor zwei Jahren

Die Kalifornierin war als Welt-Leichtathletin im Zusammenhang mit Ermittlungen um das kalifornische Labor Balco vor zwei Jahren massiv unter Dopingverdacht geraten. Der damals zu vier Monaten Gefängnis verurteilte Laborchef Victor Conte hatte im Dezember 2004 in einem Fernsehinterview gesagt, Marion Jones habe über Jahre Dopingpräparate von ihm erhalten und er selbst habe gesehen, wie sie sich Wachstumshormone gespritzt habe. Eine 25-Millionen-Dollar-Klage gegen Conte hatte Jones dann im Februar 2006 zurückgezogen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%