Leichtathletik EM
Kugelstoßer Bartels erstes DLV-Eisen im EM-Feuer

Heute beginnt die Leichtathletik-EM in Göteborg. Als deutsche Medaillenhoffnung geht Ralf Bartels im Wettbewerb der Kugelstoßer an den Start. Auf eine Top-Acht-Platzierung spekuliert Irina Mikitenko über 10.000m.

Kugelstoßer Ralf Bartels steht heute am ersten Wettkampftag der Leichtathletik-EM in Göteborg (7. bis 13. August) im Medaillen-Fokus der deutschen Athleten. Der Neubrandenburger will wie bei den vergangenen kontinentalen Titelkämpfen vor vier Jahren in München und der WM im Vorjahr in Helsinki mindestens Bronze holen. Als Favoriten gelten Vize-Weltmeister Rutger Smith (Niederlande) und Weißrusslands Ex-Weltmeister Andrej Michnewitsch.

Im zweiten Finale des ersten EM-Tages stehen "Miki" und "Mocki" im Vordergrund - allerdings nur aus nationaler Sicht. "Weder Irina Mikitenko noch Sabrina Mockenhaupt können unter normalen Umständen in den Medaillenbereich laufen. Ein Platz unter den ersten Acht wäre schon als Erfolg anzusehen", sagt Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann vor dem 10 000-m-Finale.

Franka Dietzsch größter Trumpf im deutschen Team

Im Ullevi-Stadion, das vor elf Jahren Schauplatz einer glanzvollen deutschen WM hätte werden können, aber am Ende ein in diesem Ausmaß nie befürchtetes Favoritensterben sah, ist Franka Dietzsch größter Trumpf im deutschen Team. Neben der zweimaligen Diskus-Weltmeisterin aus Neubrandenburg (69,51 m) stehen auch die Offenburger WM-Zweite Christina Obergföll - nicht weit hinter ihr die Leverkusener Olympiazweite Steffi Nerius - und der Kölner Stabhochspringer Tim Lobinger an der Spitze in Europa. Dietzsch und Lobinger gehen auch als deutsche Mannschaftsführer in die Titelkämpfe.

Wenn die Bartels-Kugel zum Auftakt nicht trifft, könnte es lange dauern mit der ersten deutschen Medaille. Am Dienstag tritt Betty Heidler zwar als jene Athletin in den Hammerwurfring, die den Weltrekord nur um 86 Zentimeter verfehlte. Aber die wiederholt nervenschwache Frankfurterin ist damit nur Nummer fünf in der Welt. Am Mittwoch ist Geherin Melanie Seeger (Potsdam) nur Außenseiterin.

Am Donnerstag könnte zum vierten Mal die Stunde der Franka Dietzsch schlagen, die schon 1 998 Europameisterin war. "Ich kann nur Gold", meint die 38-Jährige angesichts der Tatsache, dass sie bisher nie Silber oder Bronze gewann.

Auf Silber abonniert ist am Freitag die Mannheimer WM-Vierte Kirsten Bolm über 100 m Hürden. Und auf Bronze, das er bei der WM 2005 um 19 Zentimeter verpasste, hofft der Leverkusener Hammerwerfer Markus Esser. Möglich, dass Dennis Leyckes (Uerdingen) oder Stefan Drews (Leverkusen) im Zehnkampf ähnlich über sich hinauswachsen wie 2005 der diesmal verletzte Berliner Andre Niklaus als WM-Vierter.

Samstag könnte Tag der Deutschen werden

Der Samstag könnte zum Tag der Deutschen werden: Mindestens fünf DLV-Athleten hegen Medaillen-Hoffnungen: Im Kugelstoßen die Weltranglisten-Fünfte Petra Lammert (Neubrandenburg) und die Olympiazweite Nadine Kleinert (Magdeburg). Im Diskuswerfen der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel, der nur 1998 (Gold) eine EM-Medaille gewann, und der zweimalige WM-Dritte Michael Möllenbeck (Wattenscheid). Über 110 m Hürden ist Bronze für den Leipziger Thomas Blaschek in Reichweite. Für eine Überraschung möchten Nastja Ryshich (Ludwigshafen) und Silke Spiegelburg (Leverkusen) hinter Russlands Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa sorgen, ähnlich im Marathon Luminita Zaituc (Braunschweig).

Zwei Medaillenpärchen wären der ideale Abschluss am Sonntag: An Position eins und fünf in Europa stehen Tim Lobinger (Köln) und Lars Börgeling (Leverkusen), Dritter und Zweiter von 2002, im Stabhochsprung. An eins und drei rangieren die Europarekordlerin Christina Obergföll und die WM-Dritte Nerius im Speerwurf.

Sechs Europameister von 2002 des Dopings überführt

Sechs Europameister von München 2002 sind inzwischen wegen Dopings gesperrt gewesen oder noch gesperrt. So Griechenlands Sprintstars Kostas Kenteris (200 m) und Ekaterini Thanou (100), Ungarns disqualifizierte Olympiasieger Robert Fazekas (Diskus) und Adrian Annus (Hammer), die Türkin Sureya Ayhan (1 500 m) und Dwaine Chambers, der nachträglich sein Münchner Goldes (100 und 4x100 m) verlor. Als einziger von ihnen greift der Brite in Göteborg wieder nach einem Titel.

© SID

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