Leichtathletik Europacup
DLV-Team startet Angriff auf europäische Spitze

Mit großem Selbstbewusstsein gehen die deutschen Leichtathleten beim Europacup an den Start. "Ich rechne mit einigen positiven Überraschungen unserer Athleten", so der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow.

Durch starke Leistungen beim Europacup in Malaga heute und Donnerstag wollen sich die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) den Weg zum finanziell lukrativen Weltcup in Athen ebnen (16./17. September). Dort winken bis zu 30 000 Dollar für Einzelsiege, was die DLV-Männer zusätzlich anspornen sollte, sich zum dritten Mal hintereinander in die Siegerlisten beim Europacup einzutragen. Die Frauen haben ebenfalls einen Spitzenplatz vor Augen, müssen sich jedoch mit den scheinbar übermächtigen Russinnen messen und versuchen, sich über Rang zwei zu qualifizieren.

Platz eins und zwei sind gleich im doppelten Sinne das ersehnte Ziel der deutschen Athleten. Denn bei erfüllter Norm bedeutet dies in allen 40 Männer- und Frauendisziplinen die direkte Qualifikation für die Europameisterschaften in Göteborg (7. bis 13. August). 43 Athleten plus die 4x100-m-Staffel der Frauen haben die Norm voll erfüllt, wobei zwölf Athleten abzuziehen sind, weil der DLV auch in seinen starken Disziplinen höchstens drei Teilnehmer stellen darf. Der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow geht von einem rund 80-köpfigen EM-Team aus.

Zusätzlich schmackhaft macht der DLV seinen Athleten den Europacup auch durch eine Prämie, die unter Einbeziehung weiterer Europa- und Weltcups nach einem komplizierten Schlüssel errechnet und erst später ausgeschüttet wird.

"Wir dürfen uns nicht viele Patzer erlauben"

Nach hervorragenden Leistungen vor allem der Werfer, zuletzt auch der Mehrkämpfer, aber auch vieler Athleten in Lauf- und Sprungdisziplinen, reist der DLV mit neuem Selbstbewusstein nach Malaga. Mallow hofft, dass das gesteigerte Niveau entsprechend durchschlägt: "Ich rechne mit einigen positiven Überraschungen unserer Athleten. Aber die Konkurrenz ist stärker als in früheren Jahren, weil der Weltcup lockt. Wir dürfen uns nicht viele Patzer erlauben."

Eine Absagenserie wie in der Vergangenheit scheint es diesmal nicht zu geben, denn unter Mallow werden im DLV stärker denn je nur fitte Athleten nominiert. Einer fiel dann doch noch aus: Der Frankfurter 400-m-Hürdenläufer Christian Duma (Saisonbestzeit 49,69) muss wegen Achillessehnenproblemen durch den Wattenscheider Jan Schneider (50,72) ersetzt werden - auf dem Papier eine deutliche Schwächung des Teams.

Ansonsten kann der DLV weitgehend auf seine Asse zurückgreifen. Bei den Männern sind dies im erwarteten Duell mit Russland, Großbritannien und Gastgeber Spanien vor allem der fünfmalige Diskus-Weltmeister Lars Riedel (Chemnitz), der WM-Dritte Ralf Bartels (Neubrandenburg) im Kugelstoßen, der WM-Vierte Markus Esser im Hammerwurf, der EM-Zweite Lars Börgeling (beide Leverkusen) im Stabhochsprung sowie der 2006 noch nicht recht in Schwung gekommene 200-m-Halleneuropameister Tobias Unger (Kornwestheim).

Im Duell mit den übermächtigen Russinnen, die den zehnten Cupsieg in Folge anstreben, setzt der DLV ebenfalls stark auf die Frauen um Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch, Kugelstoßerin Petra Lammert (beide Neubrandenburg) und Hammerwurf-Rekordlerin Betty Heidler (Frankfurt). Im Weitsprung will die auf 6,75m verbesserte Mehrkämpferin Claudia Tonn (Paderborn) mit der zweiten Norm (6,60) die Voraussetzungen zum EM-Doppelstart schaffen.

© SID

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