Leichtathletik Hallen-EM
Imagepflege für DLV bei der Hallen-EM angesagt

Mehr als vier Medaillen 2007 in Birmingham sollen für die deutschen Leichtathleten bei der Hallen-EM in Turin herausspringen. Der Start von Ariane Friedrich ist derweil fraglich.

Bei den Sommerspielen 2008 erlitten Deutschlands Leichtathleten die größte Pleite der Geschichte. Auf dem Weg zur Heim-WM in Berlin (15.-23. August) wollen sie ihr Image nun dort aufpolieren, wo Deutschlands Sportler 2006 den Medaillenspiegel bei den Olympischen Winterspielen beherrschten: In Turin, von heute bis Sonntag Schauplatz der Hallen-Europameisterschaften.

Vor dem Auftakt steht ausgerechnet der Start der erkälteten Gold-Hoffnung Ariane Friedrich im Hochsprung noch in Frage. "Der Arzt sieht die Sache zwar ein bisschen auf der Kippe, aber es könnte gut gehen", meinte Herbert Czingon als Cheftrainer im Bereich Technische Disziplinen nach einer Untersuchung der 26-Jährigen bei Dr. Helmut Schreiber.

"Seit Dienstag ist der Hals entzündet, die Stimme rau. Dabei hat sie in der letzten Woche nicht nur die Uni ausgelassen, sondern es wegen der Ansteckungsgefahr auch vermieden, jemandem die Hand zu geben", sagt Friedrichs Trainer Günther Eisinger. Der Hochsprung-Manager hofft jedoch mit Blick auf das Finale am Sonntag mit Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic (2009 ebenfalls 2,05m), "dass wir das noch in den Griff kriegen". Bisher wirke sich der Infekt noch nicht negativ auf die Leistung aus.

"Es herrscht Aufbruchstimmung"

"Es herrscht Aufbruchstimmung. Wir wollen gern ein bisschen erfolgreicher sein als 2007 bei den vier Medaillen von Birmingham", sagt Herbert Czingon (Mainz), der nach Peking zum Cheftrainer für die technischen Disziplinen befördert wurde. "Es geht ein positiver Ruck durch die Athleten. In Turin werden nicht alle Disziplinen ausgetragen, die im Sommer im Freien auf dem Programm stehen. Aber es wird eine kleine Standortbestimmung auf dem Weg nach Berlin geben", glaubt Rüdiger Harksen (Mannheim), Cheftrainer Laufbereich.

Beide waren auf Vorschlag von Jürgen Mallow in die neuen Positionen gerutscht. Mallow ist in seinem letzten Jahr als Sportdirektor im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht mit vor Ort, hat aber auch schon orakelt: "Olympia mit nur einer Bronzemedaille war ein Ausrutscher. Die WM wird gut."

Erst einmal muss Turin gut werden, denn Deutschlands Leichtathleten haben in Zeiten der Finanznot auch rein sportlich den Kredit aufgebraucht. Darum schicken sie im Kontrast zu etlichen früheren Hallen-Titelkämpfen diesmal ein Team, das sich früh zielgerichtet auf den Winter-Höhepunkt vorbereitet hat - und mit 38 Athleten zahlenmäßig stark ist.

Sechs weitere Deutsche mit Chancen auf Medaillen

Neben Ariane Friedrich (LG Frankfurt), die 2008 beim Europacup in der Halle und im Freien siegte, aber noch keine internationale Medaille gewann, stehen unter den Turin-Teilnehmern sechs weitere Deutsche laut Statistik auf Medaillenrängen. Erste ist Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) mit ihrem deutschen Rekord von 4,71m, weil die russische Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (5,00) nicht startet.

Zweite sind Sebastian Beyer im Weitsprung (Bremen/8,17) und Kugelstoßerin Denise Hinrichs (Wattenscheid/19,25m), Dritte deren Neubrandenburger Disziplin-Kollegen Petra Lammert (19,00) und Ralf Bartels (20,14) sowie Anna Battke (Mainz/4,60) aus dem Kreis der drei Stabhochspringerinnen.

"Danny Eckers Schulter geht es wieder gut. Er will den Titel verteidigen", sagt Trainer Leszek Klima mit Blick auf den einzigen deutschen Sieger von Birmingham 2007. Der Leverkusener ist Vierter der Europarangliste, ebenso wie der frühere Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin) im Siebenkampf, der Olympiafünfte Raul Spank (Dresden) im Hochsprung, Verena Sailer (Mannheim) über 60m und Christine Schulz (Leverkusen) im Fünfkampf. Chancen genug, sie müssen im Gegensatz zu Olympia bei dieser Meisterschaft ohne einen annähernd so hohen Stellenwert nur genutzt werden.

© SID

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